Ein Amtstierarzt legt sein Amt nieder, weil er gezwungen wurde Hunde einzuschläfern!

Er hat gekündigt, weil er es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte!

Originalbericht von Carmen Arsene:

 

Da er dazu gezwungen wurde, die Hunde im Shelter der Stadtverwaltung Buzau zu töten, hat der Tierarzt gekündigt!

 

Als Pitesti sich in 2013 dazu entschied, ein Gesetz, das die Tötung von Streunerhunden erlaubte, auszuführen, unterschrieben 21 Tierärzte aus Pitesti einen offenen Brief, in dem sie bekanntgaben: “der Beruf des Tierarzts hat einen edelmütigen Charakter, und wir verfolgen ihn, damit wir um das Leben und die Gesundheit von Tieren kämpfen können, und nicht, um sie zu töten”, “Euthanasie von gesunden Hunden, um die Zahl der Streunerhunde herunterzubringen, ist ein krimineller Akt”.

 

Die 21 Arzte appelierten an alle rumänischen Tierärzte, “die Euthanasie von Streunerhunden nicht zu akzeptieren, da so ein Vorgehen nicht nur keine Lösung des Problems ist, 

sondern auch den Beruf entehrt, und Verachtung der Gesellschaft nach sich zieht”.

(In den letzten 15 Jahren wurde in Pitesti kein Hund im Rahmen des Streunerhundemanagements getötet).

  

Seit Juni 2014 wurde Euthanasie in Buzau nicht mehr ausgeführt. In der Zwischenzeit führte die Zusammenarbeit der örtlichen Gruppe "Prieteni credinciosi” (Treue Freunde) mit dem öffentlichen Shelter der Stadtverwaltung Buzau zu einer Verbesserung der Lage der Streunerhunde. Das war nicht zuletzt auch der ausgewogenen und diplomatischen Art und Weise zu verdanken, mit der die Präsidentin der Gruppe mit den Beamten, die für die Streunerhunde zuständig sind, zusammenarbeitete.

 

Seit Januar 2016 wollte die Stadtverwaltung Buzau mit der Tötung der Hunde wieder anfangen und bat um offizielle Leitlinien einschließlich derer von der rumänischen Veterinärbehörde (ANSVSA, DSVSA Buzau). Ein Schriftstück, unterzeichnet von der Firma Urbis Serv (die die Streunerhunde verwaltet), wurde zusammen mit den Leitlinien von ANSVSA/DSVSA Buzau an den Tierarzt des Shelters geschickt, mit dem Befehl, alle derzeit dort lebenden Hunde zu töten. Das an den Tierarzt gerichtete Schreiben machte ihn auf zwingende Weise darauf aufmerksam, dass, seinem unterschriebenen Vertrag Folge zu leisten: “Sie sind dazu verpflichtet, das Gesetz zu vollstrecken, sonst sind Sie für die Kosten, die für Unterhalt des Shelters, Miete, Futter und Wasser nach Ablauf des gesetzlichen Termins entstehen, selbst verantwortlich”.

 

Auf Grund dieses Schriftstücks, das an die Stadtverwaltung von Buzau geschickt wurde und das auch die Ansicht von ANSVSA in Bezug auf die Legalität von Euthanasie enthielt (die an anderer Stelle mehr zweideutig ausgedrückt war), schickte FNPA (Nationale Vereinigung für Tierschutz) eine Stellungnahme an die verantwortlichen Behörden – nämlich an die Stadtverwaltung von Buzau, an DSVSA Buzau, an SC Urbis Serv, und an die Tierarzt-Praxis von Dr. Emil Paraschiv – in der wir unsere Meinung über die Legalität der Euthanasie von Streunerhunden äußerten, mit Vermerk auf die folgende Gesetzgebung:

 

Regierungs-Notverordnung 155/2001 und die ausführenden Richtlinien der Regierungs-Entscheidung 1059/2013: “Wir gehen davon aus, dass, wenn ICCJ (Rumäniens Oberster Gerichtshof) entgültig alle zeitweiligen Einstellungen aufhebt und insbesondere einige umstrittene Provisionen, die augenblicklich beim Gericht noch anstehen, löst – dass dann jede Art von Euthanasie illegal sein wird”. “Aus diesem Grund haben die zwangshaften Forderungen der Gemeinden, die an die vertraglich beauftragten Vollstrecker der Dienstleistungen gerichtet sind, nämlich die Tierarzte, die einen Vertrag mit den Firmen haben, die die öffentlichen Shelter verwalten, und die die Vollstreckung von Euthanasie verlangen, zur Zeit keine legale Basis. Darüber hinaus könnten diese Verfahrensweisen, auf legaler Ebene, als Anstiftung zu Mishandlung im Amtsdienst gedeutet werden”.

  

Außerdem schickte die Präsidentin der Vereinigung “Treue Freunde” einen Brief an die Stadtverwaltung Buzau, in dem sie bewies, dass es keine legale Basis für den Beginn eines Euthanasie-Verfahrens gibt.

 

Sie traf sich auch mit dem Leiter von DSVSA Buzau und machte ihm die Situation des Shelters klar.

  

Obwohl er gerade seinen Vertrag mit der Firma Urbis Serv erneuert hatte, LEGTE DR. EMIL PARASCHIV, DER TIERARZT DES ÖFFENTLICHEN SHELTERS, SEIN AMT NIEDER wegen des starken Drucks, den die Firma und die Stadtverwaltung auf ihn ausübte, mit ihrer Forderung, dass er alle Hunde, die im Shelter leben, töten muss! In einem moralischen Land wäre das wohl selbstverständlich, aber in einem Land, wo das Töten von Hunden als normal und legal angesehen wird, ist die Geste des Tierarzts ein mutiges und geschätztes Vorgehen.

  

(Dr Emil Paraschiv: emilparaschiv78@yahoo.com)

  

Wir begrüssen diese lobenswerte Geste des Tierarzts, der sich weigerte, den beruflichen Ehrenkodex und das Prinzip der Moralität weiterhin zu verletzen!

  

Wir hoffen, dass andere Tierärzte, die noch immer den Job eines “bezahlten Henkers” ausüben, endlich einsehen, wie disqualifizierend und entehrend diese Beschäftigung ist.

 

Wir hoffen, dass auch sie damit aufhören und sogar gegen die Behörden kämpfen werden, die ihre kriminellen Taten unterstützt haben. Ihren Grundregeln zufolge sollten diese Behörden das Wohlergehen der Tiere verfolgen und unterstützen und nicht gegen die Tiere kämpfen.

  

Alles Liebe,

Carmen ARSENE 

 

 

Weitere Infos finden Sie HIER

(More informations, also in English and Romanian)

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Kommentare: 4
  • #1

    Martina Kimm (Sonntag, 28 Februar 2016 20:39)

    Super wenn alle TA mal so wären.
    Alle Hochachtung.

  • #2

    Birgit (Montag, 29 Februar 2016 21:21)

    Ja, das wäre wirklich schön!
    Aber leider ist das eher die Ausnahme...
    Und keiner weiß, was jetzt nachkommt...

  • #3

    Diana Plange (Montag, 27 Juni 2016 13:34)

    Wir sollten alle dem Kollegen unsere Hochachtung aussprechen und nachfragen, ob wer Unterstützung braucht und wie wir ihm diese zukommen lassen können
    meint Diana Plange, Fachtierärztin für Tierschutz aus Berlin

  • #4

    Birgit (Montag, 27 Juni 2016 19:21)

    Eine sehr lobenswerte und nette Idee! Unterstützung und Zuspruch kann man sicherlich gebrauchen, besonders unter Kollegen!
    Mailadresse von Dr. Emil Paraschiv ist im Bericht angegeben.
    Wir haben jetzt auch noch einen weiteren Link eingebaut, da sieht man ihn auch in einem Video (leider ist alles auf Rumänisch...).
    https://mapofhope.de/2016/02/22/buzau-lieber-gekundigt-als-getotet/