Der Fall Suraia: Wenn Kontrolle versagt und Tiere den Preis zahlen

Mehr als ein Einzelfall – eine Frage der öffentlichen Verantwortung.

 

Nach der Veröffentlichung verstörender Videoaufnahmen wurde ein privates Hunde-Shelter in Suraia (Rumänien) behördlich geschlossen, ein Strafverfahren läuft.

 

Die Vorwürfe wiegen schwer. Doch der Fall betrifft nicht nur eine Einrichtung – er zwingt uns, über Kontrolle, Transparenz und den Umgang mit öffentlichen Geldern neu nachzudenken.

 

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

 

die Berichte über das private Hunde-Shelter in Suraia (Kreis Vrancea - Rumänien), betrieben von Vetmedan SRL und öffentlich mit dem Tierarzt Daniel Lazăr in Verbindung gebracht, haben in den vergangenen Tagen hat viele Menschen erschüttert.

 

Die veröffentlichten Aufnahmen lassen Abläufe (grausame Handlungen und Praktiken) erkennen, die – sollten sie sich bestätigen – erhebliche Zweifel an der Einhaltung der Tierschutzgesetze begründen. 

 

Dabei handelt es sich nicht nur um die Verantwortung einzelner Personen. Es geht nicht nur um einen möglichen Einzelfall. Im Zentrum steht ein System der Straßenhundeverwaltung, das über Jahre mit öffentlichen Geldern betrieben wurde. Es geht um die Frage, wie Tiere und öffentliche Gelder geschützt und kontrolliert werden.

Was die öffentlich zugänglichen Informationen zeigen

Laut Medienrecherchen (u.a. siehe Quellen unten) sollen

  • über Jahre hinweg mehr als 28,5 Millionen Lei an öffentlichen Geldern an SC Vetmedan SRL, für das Einfangen und Managen von Straßenhunden geflossen sein.
  • Tierschutzorganisationen schätzen, dass im Laufe der Jahre rund 15.000 Hunde in diesem System euthanasiert (eingeschläfert) wurden oder verstarben. 
  • In der Presse wird zitierte Angabe, dass im Jahr 2023 von 7.039 aufgenommenen Hunden 6.275 euthanasiert wurden. 

❗ Das sind keine bloßen Zahlen! Das sind Leben! ❗

Auch Daisy und Emma haben einmal dort gesessen – in genau diesem Shelter.

 

Jetzt stellt sich die Frage: Wo waren die Kontrollen?

Erst nach der Veröffentlichung der verstörenden Videoaufnahmen haben die zuständigen Behörden reagiert: Die Aktivität des Shelters wurde vorübergehend behördlich geschlossen, weitere Euthanasien (Einschläferungen) untersagt, ein Strafverfahren wurde eingeleitet. Berichtet wird zudem über Durchsuchungen und gerichtliche Auflagen für mehrere Personen.

 

Dabei tragen staatliche Institutionen die gesetzliche Verantwortung für regelmäßige und wirksame Kontrollen. Wenn Eingriffe erst nach öffentlichem Druck erfolgen, dann funktioniert das Präventionssystem nicht! Das ist nicht akzeptabel! Nicht wenn es um Leben geht! 

Berichte und Hinweise der NGOs (rumänische Tierschutzorganisationen)

Mehrere Tierschutzorganisationen äußern in öffentlichen Stellungnahmen den Verdacht auf mögliche Unregelmäßigkeiten und gesetztes widrige Praktiken, darunter:

  • eine nicht lückenlos nachvollziehbare Erfassung eingefangener Hunde
  • Fragen zur ordnungsgemäßen Durchführung und Dokumentation von Euthanasien
  • mögliche Abweichungen bei der Verwendung zugelassener Substanzen
  • Unstimmigkeiten in medizinischen Aufzeichnungen

Wo muss das System besser werden?

 

Dieser Fall darf nicht auf die Frage reduziert werden, ob einzelne Personen strafrechtlich schuldig sind.

 

Er zwingt uns, folgende strukturelle Fragen zu stellen:

  • Wie oft werden private Ekarisaj-Betriebe* unangekündigt kontrolliert?

  • Sind Euthanasiezahlen öffentlich einsehbar?

  • Gibt es eine lückenlose Rückverfolgbarkeit jedes eingefangenen Hundes?

  • Werden Kommunalverträge regelmäßig geprüft?

  • Wird Kastration konsequent priorisiert – oder bleibt Tötung das einfachere Mittel?

  • und wieso zahlten Kommunen überhaupt pro eingefangenen Hund? 

Denn solange sich diese Fragen nicht gestellt werden, entsteht ein System, in dem Quantität wichtiger werden kann als Verantwortung.

 

Und genau hier beginnt die politische Dimension dieses Falls. Öffentliche Gelder verpflichten zu maximaler Transparenz und Verantwortung.

 

Prävention bedeutet Kontrolle vor dem Skandal – nicht danach.

 

* Ekarisaj-Betriebe: kommunal beauftragter Dienstleister für Straßenhundemanagement

📌 Zu den Bildern

Wir haben bewusst entschieden, die verstörenden Aufnahmen nicht weiterzuverbreiten.

 

Die Bilder sind in den Medien öffentlich zugänglich, unter anderem hier: tvrinfo.ro

 

Wir möchten keine Schockbilder zur Reichweitensteigerung einsetzen.

Unser Ziel ist Verantwortung. Transparenz. Prävention.

Was uns wichtig ist 

Wir gehen einen anderen Weg:

  • verantwortungsvolle und begrenzte Aufnahme
  • transparente Dokumentation unserer Arbeit
  • medizinische Versorgung nach klaren Standards
  • sorgfältige Vorbereitung auf eine dauerhafte Adoption
  • nachhaltige Lösungen durch Kastration und Aufklärung

Um in akuten Notfällen helfen zu können, brauchen wir Platz, Zeit und Ressourcen.

Wir brauchen also eure Hilfe! 

! Adoptiere einen Hund aus unserem Tierheim.
! Unterstützen unsere Arbeit.

 

Jede Adoption schafft Raum für ein weiteres Tier in Not.
Jede Unterstützung ermöglicht Prävention statt Krisenmanagement.

 

Veränderung entsteht nicht allein durch Empörung.
Sie entsteht durch Transparenz, kontinuierliches Engagement und öffentlichen Druck, der Strukturen verbessert.

 

Stehen Sie an unserer Seite. Für die Tiere. Für Verantwortung.
Für ein System, das funktionieren muss.

Bitte unterstütze auch die Petition unserer Kolleg:innen

Die Petition fordert eine dringende Untersuchung der Firma Vetmedan SRL wegen möglicher Verstöße im Umgang mit Straßenhunden.

Konkret werden dem Unternehmen unter anderem folgende Punkte vorgeworfen:

  • mögliche Tierquälerei sowie unrechtmäßige Tötungen

  • mutmaßlich illegale Einfangaktionen, auch von sehr jungen Welpen

  • fehlende Transparenz und fehlende medizinische Dokumentation

  • unzureichende Rückverfolgbarkeit der eingefangenen Hunde

  • angebliche Verweigerung von Adoptionen

  • mutmaßlich nicht genehmigte Transporte

  • möglicher Einsatz nicht regelkonformer Substanzen bei Euthanasien

  • Verdacht auf fehlerhafte oder fingierte Abrechnungen gegenüber Behörden

Die Petition verlangt eine umfassende behördliche und strafrechtliche Prüfung dieser Vorwürfe.


Einige Quellen:

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