Mavis Geschichte zeigt, warum eine Adoption gut überlegt sein muss und warum Ankommen Zeit braucht.
Fast zwei Tage war die kleine Mavi unterwegs, um endlich ihr Zuhause zu erreichen. Doch keine 24 Stunden nach ihrer Ankunft sollte schon wieder alles vorbei sein.
Eine Geschichte über Erwartungen, Verantwortung und die Zeit, die jeder Hund verdient.
Freitag.
Für die kleine Mavi (ehemals Ellie genannt) begann die längste Reise ihres jungen Lebens.
Fast zwei Tage war sie unterwegs. Kilometer um Kilometer. Zwischen fremden Geräuschen, sommerlicher Hitze und kurzen Pausen.
Sie wusste nicht, wohin sie fuhr.
Aber wir wussten es.
Nach Hause.
So dachten wir jedenfalls ...
Als wir Mavi am Freitag auf ihre Reise nach Deutschland verabschiedeten, freuten wir uns von Herzen für sie. Nach allem, was sie bereits erlebt hatte, schien nun endlich das Kapitel zu beginnen, auf das wir für jedes unserer Tiere hinarbeiten: ein eigenes Zuhause. Ein Ort, an dem sie geliebt wird und für immer bleiben darf.
Dabei hatte Mavis Leben alles andere als leicht begonnen.
Gemeinsam mit drei ihrer Geschwister wurde sie mitten in einem großen Waldgebiet nahe Argeș in einem Betonring gefunden. Jemand hatte die Welpen dort einfach ihrem Schicksal überlassen. Zum Glück entdeckte eine gute Bekannte von Grig die Kleinen rechtzeitig. Für drei ihrer Geschwister fanden wir schnell ein Zuhause. Nur die kleine Mavi blieb noch zurück ...
So zog Mavi am 26. April 2026 in unsere Island of Hope.
Dort durfte sie einfach Welpe sein. Neugierig, verspielt und voller Lebensfreude. Schnell gewann sie die Herzen vieler Menschen.
Schließlich entdeckte auch ein junges Paar aus Deutschland die kleine Hündin auf unserer Webseite. Nach einer positiven Vor-Ort-Vorkontrolle, mehreren Gesprächen und viel Vorfreude sprach alles dafür, dass Mavi genau die Familie gefunden hatte, die zu ihr passt.
Am Sonntagmorgen, gegen 3:30 Uhr, war die lange Reise endlich vorbei.
Unsere Fahrer Dragos und Alex holten Mavi vorsichtig aus ihrer Transportbox und setzten sie behutsam in das Auto ihrer neuen Familie. Viel Zeit bleibt bei einer Übergabe nie. Im Transporter warten bereits die nächsten Hunde und Katzen darauf, endlich an ihrem Ziel anzukommen. Jede Minute weniger bedeutet für sie weniger Stress. Deshalb werden alle wichtigen Informationen bereits im Vorfeld ausführlich besprochen.
Für Mavi begann nun das, worauf sie so lange gewartet hatte.
Oder zumindest glaubten wir das ...
Bereits wenige Stunden später erreichte uns die Nachricht, dass die Situation anders verlief als erhofft. Die ersten Stunden mit Mavi hatten Unsicherheit und Überforderung ausgelöst, und es bestanden Zweifel, ob das Zusammenleben funktionieren würde.
Für uns war sofort klar: Wir möchten unterstützen, zuhören und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Als wir vor Ort ankamen, begrüßte uns eine noch etwas unsichere, aber neugierige Mavi vorsichtig und freundlich. In einem langen Gespräch versuchten wir, die Sorgen und Zweifel aufzufangen und Druck aus der Situation zu nehmen. Dabei wurde deutlich, dass die erhoffte Verbindung zu Mavi bislang nicht entstanden war.
Wir erklärten, dass genau dieses Gefühl manche Menschen nach einer Adoption erleben können. Dass die ersten Tage oft ganz anders sind, als man sie sich vorgestellt hat. Dass ein Hund – besonders ein Welpe – das Leben erst einmal auf den Kopf stellt. Dass Bindung nicht immer in den ersten Minuten entsteht.
Sie darf wachsen.
Genau wie Vertrauen.
Um den Druck aus der Situation zu nehmen, machten wir einen Vorschlag: Betrachtet Mavi doch zunächst einfach als Pflegehund. Gebt euch ein paar Wochen Zeit. Lernt euch kennen. Und wenn ihr dann wirklich feststellt, dass hier keine Familie entsteht, suchen wir gemeinsam ein neues Zuhause für sie.
Beide wirkten erleichtert. Auch wir fuhren mit einem guten Gefühl nach Hause.
Doch noch am selben Abend erreichte uns erneut die Nachricht, dass die Entscheidung gegen ein dauerhaftes Zusammenleben mit Mavi gefallen war. Die Zweifel seien weiterhin zu groß und die erhoffte emotionale Bindung nicht entstanden.
Dabei gab es keine konkreten Probleme mit Mavis Verhalten oder dem Zusammenleben mit den bereits vorhandenen Tieren. Dennoch wurde der Wunsch geäußert, möglichst zeitnah eine andere Unterbringung für sie zu finden.
Keine 24 Stunden, nachdem sie nach fast zwei Tagen Reise endlich angekommen war.
Eine kurzfristige Rücknahme ist für einen Tierschutzverein nicht ohne Weiteres möglich. Eine verantwortungsvolle Lösung braucht Organisation, Abstimmung und vor allem einen geeigneten Platz, an dem das Tier zur Ruhe kommen kann.
Für uns begann deshalb sofort die Suche nach einer neuen Perspektive für Mavi. Unser Ziel war es, möglichst schnell eine geeignete Pflegestelle zu finden, auf der sie bleiben konnte, bis das richtige Zuhause für sie gefunden ist.
Während Mavi selbst nichts von all dem verstand, liefen bei uns die Telefone heiß. Nachrichten wurden geschrieben, Pflegestellen angefragt, Kontakte aktiviert und zahlreiche Gespräche geführt. Über Tage arbeiteten viele von uns daran, für die kleine Maus eine sichere und verlässliche Lösung zu finden.
Über Tage drehte sich für viele von uns fast alles nur um Mavi:
... Wie können wir ihr so schnell wie möglich wieder Sicherheit schenken?
... würden wir kurzfristig einen Platz finden?
... wie würde sie diese erneute Veränderung verkraften?
Solche Situationen begleiten uns oft bis spät in die Nacht und rauben uns nicht selten den Schlaf.
Umso dankbarer sind wir, dass unsere Volontärin Denise 🩷 keinen Moment zögerte, nachdem sie davon erfuhr und sich sofort bereit erklärte, Mavi als Pflegestelle aufzunehmen. Innerhalb kürzester Zeit organisierten wir die Übergabe nach Karlsruhe, stimmten alles miteinander ab und sorgten dafür, dass Mavi möglichst schnell wieder in einem Umfeld ankommen konnte, in dem sie willkommen ist.
Genau das macht Tierschutz aus 🙏
Wenn etwas schiefläuft, stehen plötzlich viele Menschen bereit, die ihre Freizeit, ihre Energie und ihr Herz investieren, um einem Tier eine neue Chance zu geben.
Immer wieder werden wir gefragt, ob so etwas durch eine Vorkontrolle nicht verhindert werden kann. Natürlich prüfen wir jede Bewerbung sorgfältig. Auch bei Mavi fand eine Vorkontrolle vor Ort statt, mehrere Gespräche wurden geführt und alles sprach für eine verantwortungsvolle Adoption.
Doch eine Vorkontrolle kann immer nur eine Momentaufnahme sein.
Sie kann niemals mit Sicherheit vorhersagen, wie sich Menschen fühlen werden, wenn ein Hund tatsächlich bei ihnen einzieht.
Mit diesem Artikel möchten wir niemandem Schuld zuweisen oder über einzelne Menschen urteilen. Es gibt Situationen, die sich erst nach dem Einzug eines Tieres entwickeln und in denen eine gemeinsame Zukunft trotz bester Vorbereitung nicht möglich ist.
Unser Wunsch ist vielmehr, dafür zu sensibilisieren, mit welchen Erwartungen wir in eine Adoption gehen und wie wichtig es ist, einem Hund und auch sich selbst die Zeit zu geben, wirklich anzukommen.
Mavi hat nichts falsch gemacht. Sie trägt nur die Folgen einer Entscheidung, die nicht gut genug überlegt war.
Heute ist die kleine Maus auf ihrer Pflegestelle in Karlsruhe in Sicherheit. Dort darf sie erst einmal zur Ruhe kommen, all die Eindrücke der letzten Tage verarbeiten und einfach Welpe sein.
Und wir sind uns sicher:
Irgendwo gibt es sie bereits.
Die Familie, die Mavi nicht nur vom ersten Moment an ins Herz schließt, sondern ihr vor allem das schenkt, was jede echte Beziehung braucht: Zeit.
Dann wird ihre Reise nicht umsonst gewesen sein.
Dann wird sie endlich dort ankommen, wo sie schon die ganze Zeit hingehört 🥰
Mavi genießt nun erst mal ihre Zeit mit Denise und Loui 💛
Und wer Interesse an unserer kleinen Mavi hat ...
der kann gern über uns mehr erfahren und uns kontaktieren. Wir freuen uns für sie ein schönes Zuhause zu finden 🥰














