Volunteer Bericht von Juliane (05/2022)

Eine Woche, die fordert – körperlich und emotional


Juliane (24) aus Würzburg (DE) war Ende Mai 2022, vom 24. bis 31. Mai, als Volunteer bei Helping Animals Romania vor Ort. Nach ihrer Ankunft am Flughafen Bukarest stand sie nur wenige Minuten später mitten im Shelter – umgeben von neugierigen, freundlichen Fellnasen und einem Team, das trotz enormer Belastung herzlich und unterstützend war.


Als einzige Volontärin übernahm Juliane die Verantwortung für zwei Backyards mit zwölf Zwingern und rund 30 Hunden. Ihre Tage begannen früh und waren geprägt von intensiver körperlicher Arbeit: Zwinger reinigen, Wasser schleppen, Füttern, Hunde in den Auslauf bringen – oft unter Zeitdruck und bei fast 30 Grad Hitze. Gleichzeitig nutzte sie jede freie Minute, um Zeit mit den Hunden zu verbringen, Fotos für die Vermittlung zu machen und ihre Charaktere kennenzulernen.

 

Eine Erfahrung, die anstrengend war, an die Grenzen ging – und dennoch tief erfüllt hat.


Nun erzählt Juliane selbst von ihrem Alltag, ihren Herausforderungen und den Momenten, die geblieben sind.

  — 🐾 —

Juliane

 

"Vom 24.- 31. Mai durfte ich die Island of Hope tatkräftig unterstützen. Am Bukarester Flughafen angekommen, bestellte ich mir ein Uber und stand etwa 20 Minuten später inmitten von zahlreichen Fellnasen, die größtenteils freudig an mir hochsprangen.

 

 

Grigoreta empfing mich sehr herzlich, nahm sich Zeit für mich und stellte mir die Hunde vor, obwohl sie sehr im Stress war. Generell war die gesamte Woche die Lage vor Ort ziemlich angespannt, das Team war teilweise bis Mitternacht im Tierheim und hat gearbeitet. Umso wichtiger sind ehrenamtliche Helfer!

 

Da ich erst abends gegen 20 Uhr in der Island of Hope eintraf, hatte ich für diesen Tag keine wirkliche Aufgabe mehr. Die beiden Voluntärinnen, die die vergangenen zwei Wochen aushalfen und leider am nächsten Morgen bereits abreisen mussten, führten mich herum und erklärten mir, was ich für Aufgaben haben werde. Auch Iulian zeigte mir kurz die Zwinger, für die ich verantwortlich sein würde und bei welchen Hunden ich etwas vorsichtiger sein sollte und wie ich mich anfangs am besten bei ihnen verhalten sollte. 

 

Meine nächsten Tage starteten immer zwischen 8 und 9 Uhr, eine starre Uhrzeit gibt es im Grunde nicht. Der mir zugeteilte Bereich waren die beiden Backyards mit 12 Zwingern und circa 30 Hunden. Als aller erstes wird in jedem Zwinger mit Gummihandschuhen und einem Eimer der gesamte Hundekot eingesammelt. Danach wird Zwinger für Zwinger gründlich gereinigt, währenddessen dürfen die Hunde in den Auslauf und freuen sich größtenteils sehr über Streicheleinheiten! Da der Auslauf auch von ein paar Zwingern der gegenüberliegenden Halle genutzt wird, hat man einen gewissen Zeitdruck, pro Zwinger hat man daher nur knapp 20-30 Minuten Zeit. Das Reinigen der Zwinger umfasst:

  • Hinterlassenschaften einsammeln
  • Decken ausschütteln und ggf. austauschen
  • Boden komplett kehren und wischen
  • Trinkwasser austauschen

Sind alle Zwinger gereinigt, ist für die Fellnasen Essenszeit. Einmal am Tag (nach 12 Uhr) bekommen die Schützlinge normalerweise ihr Fressen. Teilweise musste ich manche Hunde aufgrund von Futter-Aggression während des Fressens separieren, hier unbedingt vorher fragen! 

 

Da ich die einzige Volontärin vor Ort war, musste ich alle 12 Zwinger alleine säubern (wobei zB jeden Donnerstag eine nette Rumänin namens Crina ehrenamtlich aushilft, was eine echte Erleichterung war). Alleine war ich meistens erst gegen 14/15 Uhr mit allem fertig, zu zweit geht es natürlich deutlich schneller, da man die Zwinger parallel reinigen kann. Für mich gab es nach getaner Arbeit erstmal eine kurze Mittagspause, die ich meistens mit einem kleinen Snack hinten bei „meinen“ Hunden verbrachte, um etwas Zeit mit ihnen zu verbringen. Manche von ihnen waren so liebesbedürftig und kletterten mir direkt auf den Schoß. 

 

Bis zum frühen Abend, bis „meine“ Hunde ein weiteres Mal in den Auslauf durften und ihre Zwinger ein weiteres Mal grob gereinigt werden, hatte ich dann erstmal ein bisschen Zeit für mich. Entweder ich nutzte die Zeit, um kurz Lebensmittel einkaufen zu gehen oder ich machte Bilder von den vielen Schützlingen, die entweder noch gar keine Bilder hatten oder aktuellere Bilder für die Homepage brauchten. Ich verbrachte so viel Zeit wie möglich mit ihnen, um auch eine kurze Charakterbeschreibung für die Vermittlung verfassen zu können. 

 

Am späten Abend dürfen alle Welpen und Junghunde aus der Klinik in den Auslauf, sodass ich immer versuchte, bis dahin mit meinen To Dos fertig zu sein, um mir ein paar Kuschel- und Spieleinheiten bei den Welpen abzuholen. Danach aß ich nochmal eine Kleinigkeit, nahm eine extrem nötige Dusche und fiel meist gegen 22/23 Uhr erschöpft, aber trotzdem überglücklich in mein Bett.

 

Natürlich gibt es auch immer wieder unvorhergesehen Aufgaben. An einem Tag verletzte sich einer der Hunde in seinem Zwinger und musste operiert werden. Abends wurde er zurück in die Island of Hope gebracht und ich half Grig dabei, sein Nachtlager vorzubereiten. An einem anderen Tag ging das Auto eines Arbeiters auf dessen Heimweg kaputt und Iulian bat mich, ihn nach Hause zu fahren. Es wird also nie langweilig!

 

 

Der Abschied nach einer Woche fiel mir sehr schwer.

 

Zum Einen weil man das Gefühl hat, das Team vor Ort wieder im Stich zu lassen, zum anderen weil einem die Hunde bereits in so kurzer Zeit extrem ans Herz gewachsen sind. Gerade in die Hunde aus meinem Bereich habe ich mich sehr verliebt, und natürlich war auch der ein oder andere Kandidat dabei, den ich am liebsten direkt adoptieren würde, wenn ich die nötige Zeit für ihn hätte. Auf dem Heimweg habe ich daher bereits meine nächste Reise nach Rumänien gedanklich geplant.

 

Was ich definitiv weiß:

meinen nächsten Hund werde ich mir auf jeden Fall direkt bei HAR aussuchen (oder er mich)!

 

Und was ich unbedingt noch erwähnen möchte:

das Volunteering besteht nicht nur aus Welpen streicheln und Fotos machen, es ist ein wirklicher Knochenjob! Die ersten beiden Tage waren für mich extrem hart. Es hatte fast 30 Grad, die Sonne prallte auf die Zwinger herunter und dazu die körperliche Arbeit, die ich in meinem Bürojob überhaupt nicht gewohnt bin. Teilweise hatte ich Probleme mit meinem Kreislauf und auch mein Rücken hat die ersten beiden Tage wirklich wehgetan (das viele Bücken, die schweren Wassereimer etc.), sodass ich abends buchstäblich in mein Bett gefallen bin und am nächsten Morgen kaum aufstehen konnte. Aber gleichzeitig macht die Arbeit mit den Tieren unfassbar viel Spaß und dafür nimmt man diesen Knochenjob gerne in Kauf, insbesondere um das Team, das diese Arbeit Tag für Tag macht, zu entlasten! Ich kann den Arbeitseinsatz wirklich jedem empfehlen, der gerne tatkräftig mit anpacken möchte!"

 


Juliane hat ihren Aufenthalt bei uns in einem Video festgehalten und ihre Eindrücke zusammengefasst.

 

Ein ehrlicher Blick in den Shelteralltag – sehenswert für alle, die wissen möchten, wie Volunteering bei HAR wirklich aussieht. 🎥💛

 

 

Im übrigen ist Juliane inzwischen auch ein festes Mitglied unserer Familie. Schau gern mal bei unserem Team vorbei. Vielleicht hast du ja auch Interesse ein Teammitglied zu werden 😉

 

Du kannst dir vorstellen, selbst einmal anzupacken?


Julianes Bericht und Video geben einen ehrlichen Einblick in den Alltag im Shelter – mit all seinen Herausforderungen, aber auch den Momenten, die bleiben.

 

Auf unserer Volunteering-Seite findest du alle Informationen und Möglichkeiten, mit uns Kontakt aufzunehmen.

  

Unterstützung vor Ort wird dringend gebraucht. Wenn du das Gefühl hast, helfen zu wollen, bist du bei uns von Herzen willkommen. 💛