Volunteer Bericht von Amelie & Gaby (01/2026)

Wenn ein Volunteering mit einer ganz persönlichen Suche beginnt

 

Amelie (23) aus Nürtingen (DE) und ihre Tante Gaby (56) aus Memmingen (DE) reisten Ende Dezember 2025 gemeinsam nach Rumänien, um Helping Animals Romania nicht nur zu unterstützen, sondern auch einen Hund kennenzulernen, der vielleicht ein neues Zuhause finden sollte.

 

Vom 28. Dezember bis 06. Januar 2026 verbrachten die beiden neun intensive Tage im Tierheim.


Zwischen frühen Morgenstunden, lauten Begrüßungen, Welpenchaos, Katzen auf der Schulter und stillen Momenten des Ankommens erzählen sie von einer Zeit, die körperlich fordernd, emotional bewegend und voller kleiner Entscheidungen war – Entscheidungen, die man nicht planen kann und die manchmal das Leben verändern.


Aber lassen wir die beiden doch einfach selbst erzählen

 — 🐾 —

Amelie

 

"Seit ich im Sommer 2021 das erste Mal für zwei Wochen bei HAR vor Ort war stand für mich fest, diese Erfahrung irgendwann noch einmal zu wiederholen. Da meine Tante auf der Suche nach einem Hund war kamen wir schnell auf die Idee, das kennenlernen eines Hundes vor Ort mit einem Volunteering zu verbinden. So sind wir am 27.12. in Deutschland losgefahren und waren fast pünktlich zum Shelter-Arbeitsbeginn am 28.12. bei HAR.

 

Der erste Eindruck war, wie bei meinem letzten Besuch auch schon, sehr laut. Alle Hunde schlagen bei „fremden“ Personen erstmal Alarm. Umso schöner ist es zu sehen, dass man nach wenigen Stunden für die meisten Hunde nicht mehr als fremd gilt und dann auch nur noch selten angebellt wird. Bei der großen Hundegruppe waren viele alte Bekannte, wie Baron, Scabby oder Stello dabei. Von den Mitarbeitern vor Ort wurde uns alles erklärt, dann ging es auch schon los unseren zugeteilten Bereich zu putzen. In den 9 Tagen waren wir für die Hunde im oberen Stockwerk, das Katzenzimmer und die 10 Welpen verantwortlich. Vor allem in dem Welpenzimmer haben wir viel Zeit verbracht, da nur putzen ohne eine ausgiebige Spiel- und Kuschelrunde fast nicht möglich war.

 

Unser Tag hat meistens um kurz nach 8 Uhr begonnen. Zuerst wurden fast alle Hunde aus dem 1. Stock nach draußen gebracht. Je nach Wetter mussten wir uns beeilen alle Zimmer zu saugen, wischen und neue Decken auszulegen, bevor die Hunde wieder rein durften. Danach ging es im Katzenzimmer weiter. Auch hier hieß es alle Decken kontrollieren, Näpfe putzen, Katzenklo sauber machen, saugen und wischen. Immer mit tatkräftiger Unterstützung von Kater Peppino, der seinen Lieblingsplatz auf der Schulter der jeweils putzenden Person gefunden hat. Nach einer kurzen Verschnaufpause haben wir uns dem Welpenzimmer gewidmet. So süß die kleinen auch waren, durfte man wenig Berührungsängste mit Hundekot haben. Es war immer wieder erstaunlich zu sehen, wie schnell 10 Welpen in einem sauberen, frisch geputzten Zimmer so viel Chaos veranstalten können.

 

Das war aber noch nicht vergleichbar mit den 4 neuen Welpen die während unseres Aufenthalts zu HAR gebracht wurden. In den ersten Tagen machten die Welpen überall hin und spielten sofort im Kot, wenn dieser nicht direkt entfernt wurde. Obwohl das Zimmer zweimal täglich komplett gereinigt und dazwischen noch bis zu 3 mal alle Hinterlassenschaften „aufgesammelt“ wurden, kostete uns die Reinigung ziemlich Überwindung. Schön war hier aber zu sehen, wie der ängstlichste der Neuankömmlinge nach 2 Tagen so aufgetaut ist, dass er uns schwanzwedelnd begrüßt hat und man ihn sogar vorsichtig streicheln konnte.

 

 

Nachmittags hatten wir immer wieder Zeit verschiedene Hunde kennenzulernen, Fotos für die Internet- und Instagramseite zu machen und Dinge zu erledigen, die im Alltag fast unmöglich sind. Wir haben z.B. mit Theo eine kleine Autofahrt unternommen, da er eine Anfrage aus Deutschland hatte und getestet werden sollte, ob ihm beim Autofahren schlecht wird. Der kleine Theo hat die Autofahrt toll gemeistert und darf hoffentlich bald zu seiner neuen Familie ausreisen.

 

Die Zeit verging genauso schnell, wie bei meinem letzten Aufenthalt und war nicht weniger anstrengend. Ich würde jedem ein Volontariat bei HAR empfehlen. Nicht nur weil man hier wundervolle Menschen und Tiere kennenlernt, sondern auch weil man teilweise mental und körperlich an seine Grenzen stößt und diese überwindet. Es ist eine richtige Bereicherung zu sehen, wie liebevoll alle Mitarbeiter mit den Tieren umgehen und wie viel die Tiere einem die kleine Streicheleinheiten danken."

 

Gaby

 

"Meinen Einsatz als Volunteer bei HAR verdanke ich meiner Nichte Amelie. Als sie mitbekam dass mein zukünftiger Hund ein Tierschutzhund werden soll, hat sie sofort vorgeschlagen zu HAR zu fahren, dort zu helfen und die Hunde kennenzulernen. Nachdem sie schon einmal da war konnte sie mich auch gut auf den Einsatz vorbereiten. Aber manche Dinge kann man nicht wirklich erklären, die muss man hören, sehen und auch manchmal riechen.

 

Unsere Arbeiten und den Tagesablauf hat Amelie ja schon beschrieben, darum von mir hier nur ein paar Dinge die für mich wichtig waren bzw. sind.

 

Wer bei HAR mithelfen will und auch dort wohnen will sollte sich bewusst sein, dass das Haus den Tieren gehört. Ihr seid dort Gast. Im Schlafzimmer wohnt ein oder mehrere Hunde, im Bad zu unserer Zeit eine Katze, in der Küche wohnen Hunde, im Flur und im Treppenhaus wohnen Hunde. Ich schreibe das nicht weil das grundsätzlich ein Problem ist, man muss sich dessen nur bewusst sein und es kann auch anstrengend sein 24/7 mit den Tieren zu leben.

 

Die Arbeit im Shelter wird immer wieder als anstrengend beschrieben und dem kann ich nur zustimmen. Oft genug muss man sich überwinden weil die vielen Tiere in beheizten Räumen natürlich auch manchmal stinken. Weil Welpen noch nicht wissen, dass man nicht in die eigene Kaka tritt um sie dann an Wand und Türen zu verteilen und und und. Aber nach jedem gereinigten Bereich, wenn die Näpfe gereinigt und frisch gefüllt, die frischen Decken und das Spielzeug wieder verteilt waren, da kam dann auch die Freude von der viele berichten. Und nachdem natürlich auch zwischendurch immer wieder die Häufchen entfernt werden mussten war das einfach eine tolle Gelegenheit sich dann noch ein paar Minuten Zeit zu nehmen und mit den Hunden oder Katzen zu spielen.

 

Was mir noch wichtig ist, sind die Mitarbeiter vor Ort. Die sind so unglaublich fleißig und nett und immer kommen die Tiere zuerst. Egal wieviel Arbeit zu tun ist, für ein kleines Streicheln und Ansprache ist immer Zeit. Dadurch dass Amelie vor 3 Jahren schon einmal da war, konnten wir natürlich auch sehen wieviel in der Zwischenzeit gebaut und investiert wurde. Das ist schon beeindruckend.

 

 

Mein Fazit deshalb: 

Arbeiten als Volunteer bei HAR auf jeden Fall empfehlenswert. Aber auch zuhause darauf aufmerksam machen weil hier jede Spende wirklich den Tieren zugute kommt."

 


Ein kleiner Spoiler für euch ...

 

Die liebe Gaby hat während ihres Aufenthalts auch ihr Herz verloren. 

 

Unser Weihnachtswunder Clara darf Anfang Februar zu Gaby in ihr Forever Home reisen. Gaby hat ihr auch schon einen neuen, rumänischen Namen gegeben: Luminita 💛

 

Wir freuen uns unendlich für die beiden und wünschen ihnen von Herzen ein gemeinsames Leben voller glücklicher Momente.

 


 

Du kannst dir vorstellen, selbst einmal anzupacken?

 

Berichte wie der von Amelie und Gaby geben dir einen ehrlichen Einblick in den Alltag vor Ort und zeigen, was Volunteering wirklich bedeutet.

 

Auf unserer Volunteering-Seite findest du darüber hinaus alle wichtigen Informationen und kannst jederzeit Kontakt zu uns aufnehmen.

 

Hilfe wird dringend gebraucht – und vielleicht bist genau du der Mensch, der den Unterschied macht. 💛