... warum Tierschutzarbeit im Ausland so wichtig ist
Leid kennt keine Grenzen – Mitgefühl auch nicht.
Hier erklären wir euch, warum nachhaltige Hilfe so wichtig ist.
Warum ist Tierschutz in Rumänien so anders als in Deutschland?
Viele Menschen vergleichen den Tierschutz in Deutschland mit dem in Rumänien – doch die Voraussetzungen könnten kaum unterschiedlicher sein.
In Deutschland gibt es:
Streunende Hunde gibt es praktisch nicht!
In Rumänien hingegen:
... kämpfen Millionen Hunde und Katzen seit Jahrzehnten auf den Straßen ums Überleben.
Die Kommunen sind für Straßenhunde zuständig, erhalten aber Geld vor allem für das Einfangen der Tiere – nicht für nachhaltige Lösungen wie Kastration oder Aufklärung. In öffentlichen Auffanglagern dürfen Hunde nach nur 14 Tagen getötet werden, wenn sie kein Zuhause finden. Und auch dafür erhalten diese Tierheime dann Geld.
Viele Tiere vermehren sich unkontrolliert, weil ihren Halterinnen Geld, Wissen oder Zugang zu Tierärztinnen fehlt. Besonders Katzen sind fast vollständig sich selbst überlassen – für sie gibt es weder eine Kastrationspflicht noch staatliche Programme.
Deshalb liegt der Tierschutz in Rumänien größtenteils in den Händen privater Initiativen und Ehrenamtlicher. Sie betreiben No-Kill-Shelter, organisieren Kastrationsaktionen, retten verletzte Tiere von der Straße und leisten Aufklärungsarbeit – oft ohne staatliche Unterstützung, allein durch Spenden und freiwilliges Engagement.
👉 Tierschutz ist dort keine Selbstverständlichkeit – sondern Überlebensarbeit.
Ein weiterer wichtiger Unterschied liegt in der gesellschaftlichen Haltung zu Tieren.
In Deutschland sind Hunde und Katzen meist Familienmitglieder. Tierwohl, medizinische Versorgung und emotionale Bindung haben einen hohen Stellenwert.
In Rumänien ist das Verhältnis zu Tieren historisch und sozial oft ein anderes. Viele Menschen leben selbst unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen. Tiere werden traditionell eher als Nutz- oder Wachtiere gesehen – nicht als enge soziale Begleiter. Empathie für das individuelle Tier ist daher weniger ausgeprägt, nicht aus Bosheit, sondern aus Gewohnheit, fehlender Aufklärung und anderen Lebensrealitäten.
Das führt dazu, dass Leid oft nicht bewusst wahrgenommen wird und Probleme wie unkontrollierte Vermehrung, Aussetzen oder Vernachlässigung als „normal“ gelten.
👉 Umso wichtiger sind Aufklärung, Kastration und Vorbilder vor Ort.
Denn Empathie lässt sich lernen, wenn man die Möglichkeit dazu bekommt.
Warum gibt es so viele Straßenhunde und -katzen in Rumänien?
Das heutige Straßenhunde- und Katzenproblem in Rumänien hat historische Ursachen und ein über Jahrzehnte gewachsenen, strukturellen Problems.
In den 1970er- und 1980er-Jahren, während der kommunistischen Diktatur, verfolgte der Staat eine radikale Umsiedlungspolitik. Millionen Menschen wurden aus ländlichen Gebieten und alten Stadtvierteln in neu gebaute Plattenbauwohnungen gezwungen. In diesen Wohnungen war kein Platz für Hof- und Haushunde – viele Tiere wurden zurückgelassen oder ausgesetzt.
Diese Hunde vermehrten sich unkontrolliert. Nach dem Zusammenbruch des Regimes Ende der 1980er-Jahre verschärfte sich die Situation weiter: Armut, Arbeitslosigkeit und fehlende staatliche Strukturen führten dazu, dass erneut viele Tiere ausgesetzt wurden. Flächendeckende Kastrationsprogramme gab es nicht.
So wuchs über Jahrzehnte eine große Population herrenloser Hunde und Katzen heran – ein Problem, das bis heute nachwirkt.
Armut spielt dabei eine zentrale Rolle: Viele Menschen können Tierarztkosten, Kastrationen oder medizinische Versorgung schlicht nicht bezahlen. Hinzu kommt fehlende Aufklärung – ungewollte Welpen und Kitten werden häufig ausgesetzt, besonders in ländlichen Regionen.
Politisch wurde das Problem lange nicht nachhaltig angegangen. Gesetze änderten sich immer wieder, wurden aber oft nicht konsequent umgesetzt. Statt Prävention wurde vielerorts auf kurzfristige Maßnahmen wie das Einfangen von Tieren gesetzt, ohne die Ursachen zu beseitigen.
Ein weiterer Faktor sind finanzielle Fehlanreize im System. Medien und Tierschutzorganisationen berichten seit Jahren darüber, dass für eingefangene Hunde Fangprämien gezahlt werden. Dieses System begünstigt Missbrauch und verhindert nachhaltige Lösungen wie flächendeckende Kastrationsprogramme.
👉 Ohne Prävention wächst das Leid exponentiell!
Ein einziges unkastriertes Tierpaar kann innerhalb weniger Jahre Hunderte Nachkommen haben. Nur Kastration, Aufklärung und strukturelle Veränderungen können diesen Kreislauf durchbrechen.
Warum gibt es dieses Problem in ähnlichen EU-Ländern, z.B. Polen, nicht?
Länder wie Polen hatten zwar ähnliche gesellschaftliche Voraussetzungen, aber keinen vergleichbaren historischen Auslöser.
Es gab dort keine massenhafte Zwangsumsiedlung, bei der Menschen ihre Tiere zurücklassen mussten. Zudem wurden streunende Tiere früher und konsequenter von Kommunen übernommen, kastriert und in Tierheimen untergebracht. Das Töten gesunder Tiere ist dort verboten, Prävention und Verantwortung stehen stärker im Fokus.
In Rumänien hingegen blieb das Problem lange ungelöst. Statt nachhaltiger Maßnahmen wie Kastration und Aufklärung wurde über Jahre hinweg nur reagiert – nicht vorgebeugt.
Der Wendepunkt 2013: Ein tragischer Vorfall und seine Folgen
Im Jahr 2013 wurde die Situation für Straßenhunde in Rumänien deutlich verschärft.
Nach dem tragischen Tod eines Kindes in Bukarest, der zunächst Straßenhunden zugeschrieben wurde, entstand eine stark aufgeheizte öffentliche Stimmung. Angst, mediale Zuspitzung und politischer Druck führten innerhalb kürzester Zeit zu einem neuen Gesetz.
Dieses Gesetz erlaubt es Kommunen bis heute, eingefangene Straßenhunde nach nur 14 Tagen zu töten, wenn sie kein Zuhause finden. Der Fokus verlagerte sich damit weg von langfristigen Lösungen wie Kastration, Aufklärung und verantwortungsvoller Tierhaltung – hin zu schnellen, sichtbaren Maßnahmen.
Später stellte sich heraus, dass die beteiligten Hunde vermutlich keine klassischen Straßenhunde waren. Vieles deutet darauf hin, dass es sich um Wachhunde auf einem Privatgelände handelte, die nicht gesichert waren und sich frei bewegen konnten.
Doch zu diesem Zeitpunkt war das Gesetz bereits in Kraft – mit weitreichenden Folgen:
Zehntausende Hunde wurden eingefangen und getötet, ohne dass die Ursachen der Überpopulation beseitigt wurden. Die Zahl der neu geborenen Welpen blieb hoch, das Leid nahm weiter zu.
Statt das Problem zu lösen, wurde es vergrößert und verstärkt!
Warum hilft Tierschutz in Rumänien auch langfristig?
Viele glauben, Tierschutz in Rumänien sei ein „Fass ohne Boden“. Doch das Gegenteil ist der Fall!
Nachhaltiger Tierschutz wirkt, wenn er an den Ursachen ansetzt – nicht an den Symptomen.
Entscheidend sind vor allem Kastrationen. Jeder kastrierte Hund oder jede kastrierte Katze verhindert unzählige weitere Geburten und damit zukünftiges Leid. So wächst die Zahl der Straßentiere nicht weiter – sie nimmt langfristig ab.
Ebenso wichtig ist die medizinische Versorgung. Impfungen und Behandlungen stoppen die Ausbreitung von Krankheiten, schützen Tiere und Menschen und verbessern die Lebensqualität deutlich.
Ein zentraler Faktor ist die Aufklärung vor Ort. Viele Menschen handeln nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus fehlendem Wissen oder mangelnden Möglichkeiten. Bildung verändert das Denken nachhaltig – besonders bei Kindern und jungen Familien.
Langfristig wirksam ist Tierschutz vor allem dann, wenn er gemeinsam mit lokalen Helferinnen und Helfern umgesetzt wird. Zusammenarbeit mit Gemeinden, Tierärzt*innen und engagierten Menschen vor Ort sorgt dafür, dass Veränderungen bleiben – auch wenn internationale Helfer wieder abreisen.
👉 Jeder gerettete und kastrierte Hund bedeutet keine weiteren Welpen auf der Straße.
So wird aus scheinbar endlosem Leid echte Veränderung.
„Warum hilft der Staat dort nicht?“ – und warum wir trotzdem handeln
Ja – der Staat müsste mehr tun.
Doch in Rumänien bleibt der Tierschutz bis heute von politischen Blockaden, fehlender Kontrolle und falschen Anreizsystemen geprägt. Verantwortung wird an Kommunen abgegeben, nachhaltige Lösungen wie flächendeckende Kastrationen oft nicht umgesetzt. Statt Prävention dominieren kurzfristige Maßnahmen, die das Problem nicht lösen.
Aber: Tiere können nicht warten, bis Gesetze greifen oder Strukturen sich ändern.
Zahlen wir mit unseren Steuergeldern das Töten von Straßenhunden mit?
Kurz gesagt: nicht direkt – aber indirekt ja, das ist möglich.
Als EU-Mitglied erhält Rumänien erhebliche Fördermittel aus dem EU-Haushalt. Diese Gelder sind natürlich nicht ausdrücklich für das Töten von Tieren bestimmt. Sie fließen jedoch in kommunale Budgets, Infrastruktur und Verwaltungsaufgaben – also genau in jene Töpfe, aus denen Städte und Gemeinden ihr sogenanntes „Straßentiermanagement“ finanzieren.
In Rumänien bedeutet dieses Management vielerorts:
EU-Gelder ersetzen oder entlasten kommunale Haushalte. Dadurch entsteht finanzieller Spielraum, der es Kommunen ermöglicht, Hundefänger, private Betreiber und Tötungsstationen zu bezahlen.
👉 So fließt europäisches – und damit auch deutsches – Steuergeld indirekt in ein System, das Massentötungen erlaubt.
Warum greift die EU nicht ein?
Die EU erkennt Tiere zwar offiziell als fühlende Wesen an, doch der Umgang mit Straßenhunden und -katzen liegt rechtlich in der Verantwortung der einzelnen Mitgliedstaaten.
Für Straßentiere gibt es bislang keine verbindlichen EU-weiten Schutzvorschriften.
Zwar existieren Kontrollmechanismen für EU-Fördergelder, doch sie greifen vor allem bei direktem Missbrauch.
Wenn Gelder formal für „kommunale Aufgaben“ oder „städtisches Management“ verwendet werden, bleibt der tatsächliche Einsatz – etwa für Hundefänger oder Tötungsstationen – oft außerhalb wirksamer Kontrolle.
Was bedeutet das für uns?
Das Töten von Straßenhunden in Rumänien ist legal, politisch gedeckt und strukturell verankert.
Solange sich Gesetze und EU-Zuständigkeiten nicht ändern, bleibt zivilgesellschaftlicher Tierschutz unverzichtbar.
👉 Genau hier setzen Organisationen wie Helping Animals Romania an:
Wir arbeiten dort, wo staatliche Systeme versagen – mit Prävention statt Töten, mit Kastration statt Wegschauen, mit Verantwortung statt Ausreden.
Gleichzeitig glauben wir fest daran, dass jede einzelne Handlung zählt.
Jede Kastration, jede Rettung, jede Spende, jedes Teilen von Wissen verändert etwas – ganz konkret und messbar.
„Niemand kann alles tun. Aber jeder von uns kann etwas tun.“
👉 Tierschutz ist nicht perfekt. Aber Nichtstun ist keine Option!
Warum soll nun das Problem aus dem Ausland gelöst werden?
Diese Frage hören wir oft. Die ehrliche Antwort ist:
Viele Menschen vor Ort würden gern helfen – können es aber nicht.
Armut und Existenzsorgen
In vielen Regionen von Rumänien, sowie auch Griechenland oder Türkei kämpfen Menschen selbst ums tägliche Überleben.
Wenn Geld kaum für Essen, Heizung oder medizinische Versorgung reicht, bleibt kein finanzieller Spielraum für Tierarztkosten, Kastrationen oder Futter.
Tierschutz wird dann nicht aus Gleichgültigkeit verdrängt – sondern aus Not.
Fehlende Aufklärung und andere Tierbilder
In vielen Gegenden gelten Hunde und Katzen nicht als Familienmitglieder, sondern als Nutz-, Hof- oder Straßentiere.
Kastration wird teils als unnötig, unnatürlich oder sogar grausam empfunden. Dieses Denken ist historisch gewachsen und ändert sich nur langsam – vor allem ohne Bildung, Vorbilder und Informationen.
Kaum staatliche Unterstützung
Selbst engagierte Menschen stoßen schnell an Grenzen:
Wer ein verletztes Tier meldet, riskiert in manchen Regionen sogar, dass es eingefangen und getötet wird. Das entmutigt Hilfe, statt sie zu fördern.
Angst, Resignation und Ohnmacht
Wo das Töten von Straßentieren legal ist oder stillschweigend akzeptiert wird, entsteht bei vielen Menschen ein Gefühl von Ohnmacht: „Es bringt doch nichts.“
Diese Resignation ist kein Zeichen von Herzlosigkeit – sondern von jahrelanger Erfahrung, nichts verändern zu können.
Und doch: Es gibt sie – die Helfer vor Ort
Wichtig ist: Es gibt viele engagierte Menschen vor Ort.
Tierpflegerinnen, Freiwillige, kleine Vereine – oft mit minimalen Mitteln, oft am Rand ihrer Kräfte.
Was ihnen fehlt, sind Ressourcen, Schutz und Unterstützung.
👉 Genau hier setzt Hilfe aus dem Ausland an.
Warum Hilfe von außen so entscheidend ist
Internationale Unterstützung bedeutet nicht, Verantwortung abzunehmen – sondern sie überhaupt erst möglich zu machen.
Spenden, Patenschaften und Projekte aus dem Ausland:
geben Menschen vor Ort die Mittel, selbst aktiv zu werden
👉 Nicht, weil die Menschen dort nichts tun wollen. Sondern weil sie es oft nicht können.
Die Tiere können nicht warten, bis sich Armut, Politik und Gesellschaft ändern.
Darum helfen wir jetzt – gemeinsam, über Grenzen hinweg.
Viele denken: „Was bringt mein kleiner Beitrag schon?“
Gerade im Tierschutz zeigt sich: Einzelne Handlungen haben enorme Wirkung – besonders dort, wo staatliche Hilfe fehlt, wie in Rumänien.
Hilfe hat viele Seiten und Möglichkeiten:
„Lasst uns nie vergessen:
Hinter jedem Tier steht eine fühlende, liebende Seele – voller Hoffnung, verletzlich und dem Wunsch zu leben. So wie du und ich.
Sie verdienen Schutz und Mitgefühl, unabhängig davon, in welchem Land sie geboren wurden.“
„Was du tust, macht einen Unterschied. Und du musst entscheiden, welche Art von Unterschied du machen willst.“ – Jane Goodall
„Warum spendet ihr nicht lieber für Tiere in Deutschland?“
Tierschutz ist kein Entweder-oder. Leid kennt keine Landesgrenzen.
In Rumänien ist die Not oft größer – mit denselben Mitteln kann dort deutlich mehr Leid verhindert werden.
„Warum hilft man im Ausland, wenn es hier auch Tiere gibt?“
Man muss sich nicht entscheiden.
Tierschutz ist keine Konkurrenz, sondern eine Gemeinschaftsaufgabe. Hilfe dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird, schließt Hilfe hier nicht aus.
„Ihr könnt doch nicht alle retten.“
Stimmt – aber jedes gerettete Tier zählt.
Für dieses eine Leben macht Hilfe den entscheidenden Unterschied. Außerdem verhindern Kastrationen zukünftiges Leid.
„Die vermehren sich dort doch sowieso immer weiter.“
Genau deshalb setzen wir auf Kastration und Aufklärung.
Diese Maßnahmen wirken nachweislich langfristig – Töten tut es nicht.
„Die Menschen dort gehen sowieso schlecht mit Tieren um.“
Das ist eine pauschale Annahme.
Es gibt vor Ort viele engagierte Helfer*innen. Unterstützung stärkt genau diese Menschen und verändert langfristig Einstellungen.
„Mit kleinen Beträgen kann man doch nichts bewirken.“
Doch. Gerade im Ausland.
💡 Ein Euro rettet nicht überall gleich viel – aber jedes Leben zählt gleich viel.
Kleine Beträge ermöglichen Kastrationen, Futter und medizinische Hilfe.