Der Fall Daniel Lazăr und die Entwicklung gegen das lukrative Töten von Straßenhunden in Rumänien
Was jahrelang hinter den verschlossenen Toren von Suraia und Uzunu geschah, war kein Tierschutz! Es war ein hocheffizientes Geschäftsmodell des Todes.
Doch im April 2026 gerät das korrupte System, das durch Tierquälerei und den Missbrauch öffentlicher Gelder Millionen scheffelte, endlich ins Wanken.
Suraia: Wenn das Grauen ein Gesicht bekommt
Der Skandal um den Tierarzt Daniel Lazăr und sein Unternehmen Vetmedan SRL markiert einen der dunkelsten Punkte in der Geschichte der rumänischen Straßenhunde-Verwaltung. Lazăr steht im Zentrum strafrechtlicher Ermittlungen.
!Investigativ-Journalisten deckten auf, dass in seinem Shelter Hunde ohne jegliche Betäubung eutanasiert und und wie leblose Ware misshandelt wurden.
Die Zahlen hinter dem Grauen sind mathematisch unmöglich:
- Für über 6.200 gemeldete Tötungen im Jahr 2024 kaufte Vetmedan lediglich 6.450 ml des Euthanasiemittels T61 ein.
Fachleute wissen: Diese Menge reicht niemals für eine schmerzfreie Euthanasie dieser Anzahl an Hunden aus. Es ist der Beweis für einen qualvollen Erstickungstod bei vollem Bewusstsein.
Uzunu: Das „Lager“ der 16.000 Toten
Während Suraia die Schlagzeilen beherrschte, rückte die Station in Uzunu (Kreis Giurgiu) ins Visier. Betrieben vom Verein ASPA Ivets und des Tierarzt-Ehepaars Istrate, wurden dort in drei Jahren fast 16.000 Hunde getötet. Eine Quote, die landesweit ihresgleichen sucht.
! Besonders bristant:
Der Betreiber Valentin Istrate war geschäftlich eng mit dem aktuellen Chef der nationalen Veterinärbehörde ANSVSA, Alexandru Bociu, verbunden.
Dieser Filz erklärt, warum das System trotz jahrelanger Beschwerden unangetastet blieb. Erst nach einer 24-stündigen Razzia durch Spezialeinheiten am 5. März 2026 wurde der Betrieb offiziell suspendiert.
Das nationale Bild: Razzien und systemische Prüfung
Der Skandal um Vetmedan war der Auslöser für eine landesweite Prüfung von Tötungsstationen. Im März 2026 kam es zu großangelegten Razzien durch maskierte Spezialeinheiten der Polizei in verschiedenen Teilen des Landes.
Besonders im Fokus standen Einrichtungen in Târgu Jiu, Uzunu (Giurgiu) und Boldești-Scäeni.
Die Vorwürfe gegen diese Stationen ähneln denen im Fall Suraia:
- Betrug durch Fälschung von RECS-Daten (Registrul de Evidență a Câinilor cu Stăpân).
- Illegale Euthanasie vor Ablauf der gesetzlichen 14-Tage-Frist.
- Missbrauch von öffentlichen Geldern durch Abrechnung nicht erbrachter Leistungen (wie Kastrationen oder medizinische Versorgung).
- Einsatz illegaler Substanzen oder der Verzicht auf vorgeschriebene Anästhetika.
Die rumänische NGO FNPA und PETA Deutschland haben Daten veröffentlicht, die belegen, dass zwischen 2001 und 2025 über eine Milliarde Euro aus öffentlichen Mitteln für das Einfangen und Töten von Hunden ausgegeben wurde, ohne dass das Problem der Straßenhunde gelöst wurde.
Vergleich der Aktivitäten in rumänischen Tötungsstationen (März 2026):
| Standort | Betreiberstatus | Hauptvorwurf | Status der Ermittlungen |
|---|---|---|---|
| Suraia (Vrancea) | Privat (Vetmedan) | Tierquälerei, T61-Betrug | Betrieb suspendiert, gerichtliche Kontrolle |
| Uzunu (Giurgiu) | Privat | Korruptionsverdacht (ANSVSA-Verbindungen) | Laufende Razzien, Dokumentensicherung |
| Târgu Jiu | Öffentliches Management | Massentötungen innerhalb einer Stunde | Politische Intervention, Strafverfahren |
| Boldești-Scăeni | Privat | Verbindung zu Vetmedan-Netzwerk | Hausdurchsuchungen, RECS-Prüfung |
Der Kampf für Gerechtigkeit zeigt nun erste messbare Erfolge. Die rumänischen Behörden haben die Gangart massiv verschärft: Insgesamt fünf Kernpersonen wurden mittlerweile unter gerichtliche Kontrolle (control judiciar) gestellt.
Daniel Lazăr befindet sich aktuell unter gerichtlicher Kontrolle (control judiciar), was bedeutet, dass er auf freiem Fuß ist, aber die Region nicht verlassen darf. Berichten zufolge hat das Tierärztekollegium (CMV) auf den massiven öffentlichen Druck reagiert und ihm die Lizenz entzogen – allerdings vorerst nur für ein Jahr. Für Tierschützer ist dies ein „absurdes“ Urteil, das den grausamen Taten nicht gerecht wird, doch es zeigt, dass die Mauer des Schweigens Risse bekommt.
Das Risiko der Wiedereröffnung: Ein Kampf auf Zeit
Ein großer Sieg konnte bereits errungen werden: Über 205 Hunde aus Suraia wurden im Februar durch die Polizei und engagierte NGOs wie „Save our Paws“ gerettet.
Doch die Freude ist getrübt.
Tierschutzorganisationen wie VETO warnen eindringlich, dass die Schließungen in Suraia und Uzunu bisher rechtlich oft nur auf vorläufigen 30-Tage-Suspensionen basieren.
Solange kein rechtskräftiges Urteil vorliegt und das Gesetz zur Tötung von Straßenhunden nicht grundlegend reformiert wird, bleibt das Risiko einer Wiedereröffnung bestehen. Die Betreiber versuchen oft, den öffentlichen Sturm auszusitzen, um ihr lukratives Geschäft mit den Gemeinden bald fortzusetzen.
Nathan Goldblat und der mediale Weckruf
Dass dieses System nun unter solch massiven Beschuss steht, ist auch dem unermüdlichen Einsatz von Nathan Goldblat zu verdanken.
Seine ProSieben-Dokumentation „Die Hunde-Mafia: How to Kill a Puppy And Get Rich“ (ausgestrahlt am 16. April 2026) hat das Grauen für ein Millionenpublikum sichtbar gemacht.
Goldblat reist seither mit weiteren Content-Creators durch Rumänien, um Behörden direkt mit Beweisen zu konfrontieren und den Druck auf die EU zu erhöhen, damit Tötungsstationen endlich in Kastrationszentren umgewandelt werden.
Und Goldblat lässt nicht locker:
Für Mai 2026 gibt es nun einen bestätigten Termin bei der EU-Kommission. Gemeinsam mit Experten wird er dort neue Beweise vorlegen, um ein für alle Mal zu verhindern, dass europäische Steuergelder indirekt in die Infrastruktur von Tötungsstationen fließen.
Politische Hoffnung: Der Kampf um Artikel 37
Eine entscheidende Weichenstellung fand am 21. April 2026 in Bukarest statt:
Die öffentliche Debatte über die Änderung des Artikels 37 des Gesetzes 160/1998.
Diese Reform soll den Zugang zu Euthanasiemitteln drastisch einschränken und die Kontrolle exklusiv in die Hände verantwortungsvoller Tierärzte legen.
Parallel dazu hat die EU-Kommission klargestellt, dass europäische Gelder unter keinen Umständen für die Tötung von Tieren verwendet werden dürfen. Ein wichtiges Signal gegen die Zweckentfremdung von Regionalfördermitteln.
Fazit: Kastration statt Korruption ❤
Der Wind hat sich gedreht. Während die ANSVSA nun einen nationalen Dialog für eine „integrierte Strategie“ fordert, die auf Kastration und Aufklärung setzt, wird klar:
Das alte System des Tötens ist moralisch und finanziell am Ende.
Wir von Helping Animals Romania bleiben wachsam. Der Weg zur dauerhaften Schließung dieser Todeslager ist noch weit, aber die Ära der Straflosigkeit geht zu Ende. Und wir wissen ganz genau, für wen wir das alles Tag für Tag tun ...
Schau dir zu dem Thema auch folgende Artikel an:
Einige Quellen:
- Snoop.ro – Enthüllung der Tötungsstationen als Millionengeschäft
- G4Media.ro – Berichte über Razzien und die behördliche Schließung der Station Uzunu.
- ANSVSA – Offizielle Dokumentation der Debatte zur Gesetzesreform von Artikel 37. [1]
- Veterinarul.ro – Juristische Details zur strikteren Kontrolle von Euthanasiemitteln.
- PETA Deutschland – Analyse der Staatsausgaben und Informationen zu den gerichtlichen Kontrollmaßnahmen.
- Hunderettung Europa – Dokumentation der Rettungsmissionen und Proteste im EU-Parlament.
- Joyn / ProSieben – Hintergrund zur Dokumentation über die mafiösen Strukturen des Tötungssystems.
- Europäisches Parlament – Stellungnahme zur Unzulässigkeit von EU-Geldern für die Tötung von Streunern. [2, 3]
- IPJ Vrancea / Green News – Bestätigung der strafrechtlichen Maßnahmen gegen Daniel Lazăr.
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