Freiwillige gesucht!

Sie möchten uns vor Ort helfen? Wir freuen uns über jeden Freiwilligen!

 

Mögliche Tätigkeiten (je nach Qualifikation):

 

Bei uns gibt es immer etwas zu tun, da findet sich sicherlich auch für Sie das Passende!

  • mit Hunden spazieren gehen, mit ihnen spielen, sie streicheln, einfach bei ihnen sein
  • Arbeit mit ängstlichen Hunden, sie müssen erst (wieder) Vertrauen zum Menschen fassen
  • Fütterung & Versorgung der Tiere
  • Tiere bürsten und pflegen
  • Mithilfe bei der medizinischen Versorgung (Spot On, Medikamentengabe, Verbandwechsel) => je nach Können
  • Reinigung der Gehege, eine sehr wichtige (und undankbare) Arbeit
  • tägliche Arbeiten in der Station, wie z.B. Reinigung, Wäsche waschen, Desinfektion, etc.
  • handwerkliche Fähigkeiten sind immer hilfreich, irgendwas muß ständig repariert oder gebastelt werden
  • Hilfe beim Spenden sortieren
  • und noch vieles mehr…

Bei Interesse kontaktieren Sie uns bitte! 

 

Vielleicht kennen Sie auch jemanden anderen oder können unser Plakat verteilen?

Wir sind für jede Hilfe dankbar!

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Die Erlebnisse unserer Freiwilligen

Hier können Sie die Erlebnisse einiger unserer freiwilligen Helfer vor Ort bei uns in Buftea nachlesen!

Vielleicht ist ja bald auch einer von Ihnen dabei?

 

Viel Spaß beim Lesen!

 

Weitere Geschichten, Bilder & Videos finden Sie auf unserer Facebookseite.


Bericht Melanie Magdeburg, September 2016

Jedes Mal, wenn ich in den Flieger zurück nach Deutschland steige, stehen mir die Tränen in den Augen. Ich blicke noch einmal zurück und fühle mich diesem Land, den Menschen, die ich dort kennengelernt habe und den Tieren sehr verbunden, so dass es immer schmerzt zu gehen. Nicht, dass ich nicht gern nach Hause komme, doch ein Stück meines Herzen bleibt immer zurück. Ich denke an die Hunde die ich traf, mit denen ich Zeit verbracht habe, an die arbeitssamen Stunden, den Schmerz und die Freude, die mit dieser Arbeit einhergehen. Jeder Tag ist spannend und ereignisreich, es gibt viele wundervolle Momente und auch viel Leid.

 

Dieses Mal retteten wir einen Hund auf den Rückweg zum Airport an einer Schnellstraße. So schnell kann aus einer normalen Fahrt eine Rettungsaktion werden. Eine alte geschundene wahrscheinlich ausgesetzte,  von kahlen Stellen überzogene Hündin, die am Straßenrand entlang irrte. Grigoretta rief sie und sie kam zögerlich. Wieder ein Hund mehr zu versorgen, - aber wieder ein Leben gerettet. Überall sieht man wieder streunende Hunde- alle Formen, alle Größen, alle Farben.

 

An meinen 2. Tag holten wir einen Welpen aus einem Dorf ab, dem man die Kehle aufgeschlitzt hatte. Die Wunde konnte von einer Frau (angehende Tierärztin) gut versorgt werden und er zog mit einer Mutter und ihren frisch geborenen Welpen, die wir ebenfalls mitnahmen in die HAR-Station ein. Auf dem Rückweg (es war bereits dunkel), sahen wir am Straßenrand einen Welpen. Wir hielten an. Es stellte sich heraus, dass es sich um eine kleine Hundefamilie handelte. Es waren insgesamt 4 Welpen mit ihrer Mutter. Die Versuche sie einzufangen, scheiterten an diesem Abend. Am nächsten Tag fuhr ich mit Juli erneut hin und in einer fast spektakulären stundenlangen Aktion fingen wir die 5-köpfige Familie endlich ein. Ausgehungert, nur Haut und Knochen, scheu und ängstlich. Und dem nicht genug, irrte ein klitzekleines Katzenbaby auf der Straße herum. Nirgends eine Spur ihrer Mutter. Das  ausgehungerte Würmchen nahm den Platz im Auto schnurrend an. Ghost sollte er von nun an heißen.

 

 

Solche Tage sind in Rumänien nichts Besonderes. Selbst mein erster Tag vom Airport zur Station begann damit, dass wir eigentlich Tomaten kaufen wollten und mit einem Hund und ohne Tomaten in die Station zurück kamen. So viele Tiere, die Hilfe brauchen. Und wer gibt sie ihnen?  Es sind jene, die jeden Tag alles geben, rastlos, geschäftig, sie sind nur am Putzen, waschen, füttern, ausführen und Katstrophen bewältigen. Selbst trainiert wird noch nebenbei und das obwohl es eigentlich nie genug Zeit für alles gibt. Aber sie machen es möglich. Mit all der Liebe und Kraft, die sie aufbringen können. Ich habe keine Ahnung wie sie das alles machen und wie sie all das aushalten, aber ich bewundere sie dafür und freue mich, einen kleinen Beitrag hierzu geleistet zu haben – hier in H.A.R.


Bericht Julia Spillner, August 2016

Endlich kommen wir dazu unsere Erfahrungen auf Papier zu bringen. Wir waren vor genau drei Wochen für eine Woche in Buftea (05.-12.08.2016).

Das bot uns die Möglichkeit zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Zum einen wollte ich (Julia) schon immer einmal beim Tierschutz im Ausland mit anpacken. Zum anderen wollten wir Isolde, die wir einige Wochen vorher auf der Seite von HAR entdeckt hatten, die Möglichkeit geben uns vorab kennen zu lernen und sie dann selbst mitzunehmen.

 

Wir kamen abends relativ spät an und wurden von Iulia in Empfang genommen und natürlich den knapp 15 Hunden, die im Haus schliefen. Im Haus hat man übrigens alles was man braucht, ein eigenes Zimmer, bequemes Bett, Küche und eine warme Dusche :)

Wie auch schon in den anderen Erfahrungsberichten zu lesen, erlebten auch wir den notwendigerweise durchgeplanten und arbeitsintensiven Alltag der HAR Mitarbeiter. Wir übernahmen vor allem die Aufgaben, für die trotz der 12-14 Stunden Schichten manchmal einfach die Zeit fehlt und waren gleich am ersten Tag voll dabei.

So zum Beispiel: das Fotografieren und Filmen neuer Ankömmlinge, das Scheren und Waschen von Hunden, das Üben an der Leine zu gehen und allgemein das Einspringen, bei all dem was eben bei ca. 300 Hunden und 25 Katzen anfällt.

 

Nils

Ich bin eigentlich Hunde fremd gewesen, sprich ohne Hund aufgewachsen. Bei dem was ich über das Schicksal von Straßenhunden und den Umgang mit ihnen gehört hatte und mir dort erzählt wurde, erwartete ich, um ehrlich zu sein, wenige Hunde berühren zu können und auf eine gewisse Anzahl aggressiver Hunde zu stoßen. So flößte mir z.B. das Gebell der so genannten “Listenhunde” gehörigen Respekt ein und ich ging davon aus, dass diese Hunde nicht ohne weiteres aus ihren Zwingern gelassen werden könnten.

Zu meiner Überraschung wurde ich von eben jenen Hunden stürmisch, sowie liebevoll begrüßt, auf der Suche nach Zuneigung und Aufmerksamkeit ließen sie kaum ab von mir.

Wie mir erzählt wurde, wurden einige von ihnen zum Abrichten anderer Hunde für Hundekämpfe eingesetzt, als Folge dessen waren sie verletzt und vernarbt gefunden worden. Auch viele andere Hunde waren Opfer von Misshandlung geworden und es wäre völlig verständlich, würden sie den Menschen attackieren oder ihn zumindest meiden, man will fast sagen sie hätten das Recht dazu. Aber keine Spur, der Einfluss ihrer Peiniger hat nicht auf sie abgefärbt.

 

Ich kann es allen nur ans Herz legen diese Erfahrung zu machen. Jeder kann mit ein wenig Zeit ein kleiner Teil davon sein. Die Leute dort sind super nett, die Tiere sind allesamt dankbar und abends schläft man erschöpft mit der Vorfreude auf den nächsten Tag ein. Die ganze Woche über gab es überall kleine Fortschritte, eine Katze, die wieder gesund wurde, ein Hund, der mehr Vertrauen fasste, kleine aber dafür greifbare Erfolge. Und als Bonus kommt man noch braun gebrannt zurück, was will man mehr.

Zu den Mitarbeitern möchte ich noch erwähnen, dass ich es beeindruckend finde wie unermüdlich sie wirken. Denn allein in den 5 Tagen kamen ca 8. neue Welpen/erwachsene Hunde.

 

Es scheint zum einen eine Sisyphosarbeit zu sein, deren Ende vielleicht erst in vielen Jahren in greifbare Nähe rückt. Zum anderen ist jeder neue Hund für sie eine neue Identität mit neuem Schicksal, das sie nicht kalt lässt. Und dann scheint die Allgemeinheit auch noch gegen sie zu arbeiten, indem sinnloserweise Tötungsanlagen gebaut werden, anstatt Projekte wie dieses hier bei ihrer erfolgreichen und nachhaltigen Arbeit zu unterstützen.

Denn es ist ein von der Allgemeinheit erzeugtes Problem, das nun von Privatleuten angegangen wird, wovon wiederum alle profitieren. Hut ab!

 

 

Julia

Dieses Gefühl endlich aktiv mit anpacken zu können war für mich unbeschreiblich schön. Da meine Mutter aus Rumänien kommt und wir regelmäßig dort waren, war ich von klein an schon mit dem Zustand, wie dort zum größten Teil mit Tieren umgegangen wird, konfrontiert gewesen. Und umso schlimmer war es für mich, feststellen zu müssen, dass sich daran nach wie vor wenig geändert hat. Bei HAR sah ich einige Hunde, denen ein Ohr, ein Auge oder der Schwanz abgeschnitten wurde, die Unfälle überlebt hatten und die trotz dieser furchtbaren Menschentaten immer noch dem Menschen zugewandt waren.

 

Außerdem war ich über die medizinische Versorgung sehr positiv überrascht. Viele Mitarbeiter haben über die Zeit sehr viel Erfahrung gesammelt, zusammen mit der guten Ausstattung mit Medikamenten und medizinischem Zubehör, sind sie gut aufgestellt, um gewisse Krankheiten schnellstmöglich zu behandeln. Bei schlimmeren oder unklaren Fällen wird sofort ein Tierarzt zur Rate gezogen, um jedem Tier bestmöglich zu helfen. 

 

Ich bin immer noch voller Ehrfurcht, vor dem ganzen HAR-Team! Ich kann nicht oft genug betonen, was dort jeden Tag für eine Arbeit geleistet wird, sei es vor Ort oder aber auch “ Hinter den Kulissen”, das ist wirklich der Wahnsinn und ich habe mich selten so verbunden mit Menschen gefühlt, die ich kaum kenne, die aber genau so handeln wie ich es auch immer wieder tue, nämlich der Tiere wegen. Ich kann nur jedem empfehlen auch mal vor Ort mit anzupacken und noch mehr Leute auf HAR aufmerksam zu machen, es ist einfach ein wunderbares Gefühl dort zu sein, und es wird definitiv nicht mein letztes Mal gewesen sein!

 

Und zu Isolde kann ich nur eins sagen: Sie ist ein wahnsinnslieber, und durch und durch toller Hund! Sie lief sofort an der Leine, als wenn sie nie etwas anderes getan hätte, benimmt sich so artig als hätte sie von klein auf jahrelang eine Hundeschule besucht und ist jetzt schon nach gerade mal 3 Wochen nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Sie ist einfach zu jedem freundlich und in unserer 5er-Wg neben unseren zwei Seniorenkatern ein neues Teammitglied. Draußen werde ich oft angesprochen und erzähle jedes Mal stolz, dass das ja ein ach so komplizierter Tierschutzhund ist, der gerade mal so kurze Zeit bei uns ist. Natürlich gibt es auch ängstliche Hunde, die wahrscheinlich weiß Gott wie viel schlimmeres als Isolde erlebt haben, und die sich natürlich nicht so schnell einleben, aber ich bin davon überzeugt, dass einem gerade solche Hunde so viel Liebe zurückgeben werden. 

 

Unser größter Respekt und Dank geht an: Cristina, George, Gerlinde, Grigoreta, Iulia, Iulian, Nicoletta, Vicky, Birgit (und alle die ich nicht namentlich erwähnt habe, kenne ich noch nicht, gehören natürlich aber auch hier hin!).

  

Nils (22) + Julia (25)


Bericht von Veronika Thoma; Juli 2016

Ich wollte mich schon längere Zeit stärker für den Tierschutz und allgemein für Tiere einsetzen. Leider ist ein Aufenthalt im Ausland neben der Schule eher schwierig. Da kam es gerade recht, dass ich dieses Jahr im Juni mein Abitur in der Tasche und so längere Zeit frei hatte. Ich habe mich davor schon informiert, welche Möglichkeiten es gibt und bin recht schnell auf HAR gestoßen. Nach kurzem E-Mail Kontakt mit Gerlinde Wimmer stand für mich fest, was ich diesen Sommer vorhatte. Danke an dieser Stelle auch noch an dich, Jenny Thies, dass du mir die letzte Unsicherheit genommen hast.

 

Für mich ging es also am 21.07 von München los nach Bukarest. Dort wurde ich von Grigoreta vom Flughafen abgeholt. In der Station wurde ich bellend empfangen und ich bekam gleich das Haus, die Klinik und der Rest des Geländes gezeigt.

Nach langen Streicheleinheiten von Hund und Katze und dem Füttern der vielen Tieren hat mir Iulia die Aufgaben bei den Katzen erklärt. So wurde es zu meiner Morgenbeschäftigung die ca. 20 Katzen zu füttern, zu streicheln & ihr Zimmer zu putzen. Unterschiedliche Aufgaben kamen hinzu. Beispielsweise habe ich Hunde gebürstet, Hunde an der Leine herumgeführt, um sie daran zu gewöhnen, die Hunde gefüttert, beim Putzen von Haus und Klinik geholfen und einfach alles was so anfiel.

 

An einem Nachmittag stand ein Besuch beim Tierarzt an. Ich durfte mitfahren und auch bei den OPs dabei sein. Es war sehr interessant, die Unterschiede zwischen einer deutschen und einer rumänischen Praxis zu sehen.

Einen Tag später durfte ich auch endlich Maru kennenlernen - seine Geschichte haben bestimmt einige von euch verfolgt. Er ist ein ausgesprochen toller Hund, nur leider wieder etwas

schüchterner und ängstlicher als vor seiner Deutschlandreise.

 

Am 03.08 stand mein Abreisetag bevor. Ich habe die Tiere, wie auch die Menschen, dort sehr ins Herz geschlossen, weshalb mir der Abschied nicht ganz leicht fiel.

 

Die zwei Wochen waren ein Erlebnis, welches ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Ich habe dort viel gelernt über die Tiere und Menschen, das Land, nicht zuletzt aber auch über mich.

 

Mir wurde bewusst, was alle Arbeiter und Helfer (oft neben einem normalen Beruf) in der Station in Rumänien leisten und ich bin stolz, dass ich einen kleinen Teil dazu beitragen konnte. Die Menschen haben schon unzähligen Tieren das Leben gerettet und scheuen keine Mühen und Kosten, um ihnen eine lebenswerte Zeit auf der Welt zu schenken.

 

Ich stehe voll und ganz hinter HAR und der Station in Rumänien und hoffe, auch in Zukunft vor Ort wieder helfen zu können!

 

Mein größtes DANKESCHÖN an Gerlinde, Grigoreta & an alle anderen Helfer! Ihr leistet unglaublich tolle Arbeit!


Bericht von Jenny Konrad; Juni 2016

Am 9.6.2016 traten wir die Reise nach Bukarest zu HAR an.

 

Die Wochen zuvor wechselten sich Vorfreude und Angst ab. Vorfreude auf die vielen Hunde, die geretteten Seelen. Die Neugierde auf die Umstände und das Land. Doch immer wieder überwog die Angst vor dem, was uns erwarten würde.
Wenn wir uns ehrlich sind, assoziieren wir als Tierschützer Rumänien mit viel Leid und erwarten, dass ein Grauen das nächste ablöst.

 

Mir war es dennoch wichtig, HAR persönlich zu besuchen, da man mit dem Herz doch fester für etwas einsteht, dass man selber gesehen und gespürt hat.
Die erste Erleichterung verspürte ich auf dem Weg zum Hotel. Wir blieben bei einem Supermarkt stehen, bis dahin: keine Straßenhunde zu sehen. Im Supermarkt gab es (überraschend und gut für mich als Veganerin) sogar eine vegane Abteilung, es findet also auch hier bereits teilweise ein bisschen Umdenken statt. Bestimmt in kleinen Schritten, aber immerhin.

 

Ich versuchte auf dem weiteren Weg so wenig als möglich und gleichzeitig doch ganz genau aus dem Fenster zu sehen. Doch wieder: keine Straßenhunde.
Im Hotel angekommen, war ich erleichtert und gleichzeitig traurig. Erleichtert, weil wir keine Hunde oder Katzen auf der Straße gesehen haben. Und traurig, weil das eben nur bedeutete, dass sie nicht zu sehen waren. Oder sie die Hundefänger vor uns gesehen haben.

 

Der Mitarbeiter des Bavaria-Hotels war wahnsinnig freundlich und bemüht. Ich konnte gar nicht fassen, dass ich mich bereits seit knappen zwei Stunden in Rumänien befand und noch nichts Negatives erfahren hatte, weder Tiere, noch Menschen betreffend.

 

Natürlich machten wir uns so schnell wie möglich auf den Weg ins Shelter. Das Bavaria-Hotel ist ungefähr 900 Meter entfernt, fußläufig also gut erreichbar, wenn auch entlang einer Schnellstraße. Der Weg führt bei leeren, verwucherten Grundstücken, einem Rastplatz und verfallenen Gebäuden vorbei. Die gesamte Länge gesäumt von Müll. Viele Menschen hier sehen diesen achtlosen Umgang mit Müll allerdings als Arbeitsplatzbeschaffung für diejenigen, die ihn einsammeln.

 

Motiviert stapften wir los, allerdings sofort wieder mit einem beklemmenden Gefühl in der Brust. Straßen wie diese kennt man von den vielen Bildern, auf denen die Tiere zu sehen sind, wegen denen wir herkamen. Bilder von Welpen, viel zu klein oder tot. Verletzte Hunde mit flehenden Blicken, neben der Fahrbahn im Müll. Abgemagerte Hündinnen, die verzweifelt um das Leben ihrer Jungen bemüht sind. Ich fragte Birgit, die schon einmal in Rumänien war, ob sie glaubt, dass wir auf dem Weg Hunde sehen werden. „Nein, hier hat HAR mit Sicherheit schon alle eingesammelt“, war ihre Antwort. Ich war beruhigt.

 

Von außen ist es nicht zu erkennen, dass ein paar Meter weiter auf einem Grundstück die „Island of Hope“ zu finden ist. Es ist ruhig und diese eigenartige, traurige Aura, die ein Tierheim normalerweise umgibt, ist erstaunlicherweise nicht zu spüren.
Mit jedem Schritt, den wir von der Schnellstraße weg Richtung Grundstück machten, wuchs meine Freude und Neugier auf das, was mich die nächsten vier Tage erwarten würde.

 

TAG 1

Tosendes Gebell. Na no na ned. Um die zwanzig Hunde begrüßten uns vor dem Haus des Shelters. Manche aufgeregt, manche freudig, manche skeptisch und manche einfach unglaublich entzückend. Nicola nahm sich mir als erste persönlich an: „Ui, schön, dass du da bist! Magst du ein bisschen kuscheln mit mir vielleicht, hm?“ Und schon schmiegte sich ein kleines schwarzes Etwas mit wenig Fell und unglaublich liebevollen Augen an mich.


Binnen Minuten erkannten auch die anderen, dass die beiden Neuankömmlinge wohl ganz okay sein müssen und begrüßten uns freudig. Einige der Hunde kannten wir von Fotos, unter anderem Panda, dessen Vorderläufe vermutlich von Kalziummangel unterentwickelt sind und er deshalb wie ein kleines Känguru läuft. Oder Aida, die trächtig von einem Auto angefahren wurde und deren Hinterbeine gänzlich gelähmt sind.
Welpen stürmten auf uns zu und stritten in welpentypischer, unschuldig alles und jeden liebender Manier um die besten Positionen, um geknuddelt zu werden. Es war unglaublich. Schon jetzt war klar, dass es die beste Entscheidung war, hierher zu kommen.


Im Katzenzimmer wartete das nächste Entzücken auf uns. Schmusetiger, die Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten einforderten, eine Mutter mit ihren drei winzigen Kitten und eine trächtige Kätzin.

 

Nachdem wir uns ausgiebig bei allen freilaufenden Hunden mit Leckerlis und Schmuseeinheiten vorstellten, kam schon der erste Schubs in die Realität. Zwei Welpen, gerade, dass sie die Augen schon offen hatten, wurden ins Shelter gebracht. Sie wurden von Stefan, einem der Transportfahrer in einer Tasche gefunden. Zusammen mit ihren beiden bereits toten Geschwistern.


Sofort wurde ein Plätzchen geschaffen und Brei angerührt, solche Situationen sind Alltag. Nachdem wir in dem Raum, in dem sie untergebracht wurden, gerade Fotos machten, war es gleich unsere erste Aufgabe, die Zwerge zu füttern. Sie waren winzig und noch so zerbrechlich. Erst ein paar Wochen alt und natürlich ganz verängstigt. Ein paar Mäulchen voll schafften sie, dann übermannte die Babies die Erschöpfung und sie schliefen ein. In solchen Momenten weiß niemand, ob sie bis zum nächsten Tag überleben werden.

 

TAG 2
Es mussten 13 Welpen von einem Firmengelände abgeholt werden, die dort nicht bleiben konnten. Eine Mitarbeiterin der Firma hatte sich an HAR gewendet, ob sie die Hunde übernehmen würden. Natürlich taten sie das, denn einer der Welpen wurde bereits überfahren, die Kleinen waren dort also nicht sicher.

 

Wir fuhren gemeinsam mit Florin, einem wahnsinnig hundeliebenden Transportfahrer von HAR zu dem Gelände. Die Welpen begrüßten uns stürmisch und auch die Eltern waren sehr freundlich.

 

Es waren einige Personen anwesend, die mit Florin ein paar Worte wechselten. Die Dame, die sich für die Unterbringung der Hunde einsetzte, brachte – umringt von den aufgeregten Welpen - eine große Schale Futter in eine Halle, um sie leichter einfangen zu können.

 

Inmitten dieser Aufregung um das Futter war ein entsetzliches Quietschen zu hören. Ein Auto fuhr davon, darunter ein Welpe. Alle Anwesenden schrien „Stop, Stop!“ Alle wollten das Auto stoppen, niemandem war es egal, dass darunter ein Welpe lag. Der kleine Kerl lief panisch unter das nächste Auto, blieb allerdings unverletzt. Mir blieb das Herz stehen.


Die Welpen wurden nach und nach in die Transportboxen verbracht. Alle, bis auf einen. Ein sehr schüchterner und verschreckter Welpe lief immer wieder davon, bis hinter das Haus. Ich ging ihm nach und probierte immer wieder, ihn freundlich zu mir zu locken. Die ganze Zeit begleitete mich sein Vater, ein stattlicher, schwarzer Rüde. Zwar mit argwöhnischem Blick, allerdings ohne jeder Spur von Aggression. Mithilfe eines der Anwesenden gelang es uns, leider eher unsanft, den Welpen einzufangen. Als alle in den Transportboxen und bereit zum Einladen waren, ging die Mutter an jeder Box vorbei, als wollte sie sich verabschieden.

 

Es wurde uns gesagt, dass die ausgewachsenen Hunde bleiben dürften und die Hündinnen auch bereits kastriert seien. Das Verhalten der Menschen dort überraschte und freute uns sehr.

 

Im Shelter angekommen, wurden die Welpen untergebracht, „registriert“, das heißt, es wurde eine Liste mit Temperatur und Geschlecht erstellt und sie wurden gegen Parasiten behandelt. Und es sei an dieser Stelle erwähnt, dass füttern vor einer Autofahrt keine gute Idee ist.. Da es allerdings das Einfangen doch erheblich erleichterte, reinigten wir danach die Käfige und waren froh, dass alles so unkompliziert funktioniert hatte.

 

TAG 3

Bei knapp 300 Hunden, die versorgt werden müssen, kommt keine Langeweile auf. Viele der Hunde sind gehandicapt und brauchen eine spezielle Betreuung. Leider ist es aufgrund der wenigen Mitarbeiter oft nicht möglich, alles gleichzeitig zu erledigen. Die Menschen, die im Shelter arbeiten, geben ihr Bestes. Zeit für eine Streicheleinheit findet sich dazwischen jedoch immer.


Wir übten mit der gelähmten Aida, sie an den für sie noch etwas ungewohnten Rollstuhl für die Hinterläufe zu gewöhnen (mit Leckerli konnte man sie motivieren, sich ein paar Meter vorwärts zu bewegen), wuschen sie, da ihre Darm,- und Nierenfunktion natürlich dementsprechend eingeschränkt ist und die Gefahr einer Infektion ständig gegeben. 


Kinai, ein Husky, der seit einer Woche im Shelter war, musste von seinem dicken, verfilzten Fell befreit werden. Nach einem Kübel voller Unterwolle war erst zu sehen, wie dünn er ist. Birgit zeigte dem Team, wie sie die Utensilien zur Wundbehandlung, die sie mitbrachte, anwenden konnten. Alles wurde sehr interessiert angenommen.

 

Am späten Nachmittag stand ein Transporter vor der Türe. Die beiden Männer, die sonst die toten Hunde zur „Entsorgung“ abholen, brachten einen Schäferhund ins Shelter. Sie waren sehr nett und bemüht, obwohl einer der beiden offensichtlich Angst vor dem Hund hatte. „Der Besitzer will ihn nicht mehr“, war alles, was an Information zu uns durchdrang.
Ohne langes Nachfragen wurde der Hund übernommen und in einen freien Außenzwinger verbracht. Er hechelte nervös und es war unschwer zu erkennen, dass er sehr gestresst war. Die anderen Hunde schnupperten zwar neugierig an dem Neuankömmling, es lief dennoch alles sehr ruhig und gelassen ab. Futter und Wasser wurde ihm zur Verfügung gestellt und Zeit gegeben, sich erst einmal zu beruhigen.

 

Später kam Grigoretta, die Leiterin des Shelters. Ihre Ausstrahlung auf Hunde ist unglaublich. Ruhig, aber bestimmt. Und stets voller Liebe. Sie führte den Hund langsam und ganz selbstverständlich an der Leine auf dem Gelände herum, dazwischen gab es immer ein bisschen Leberwurst für den schönen Kerl. Ich durfte einen Namen für ihn aussuchen und entschied mich für „Prince“. Er war so anmutig und wunderschön. Wie ein Prinz eben. Die zwei anderen Hunde, mit denen er sich den Zwinger in Zukunft teilen sollte, wurden rausgelassen und die drei konnten sich in aller Ruhe außerhalb kennenlernen.


Als es soweit war und die drei in ihren gemeinsamen Zwinger gehen sollten, gab es für alle Leckerlis, auch für die „Nachbarn“ in den Nebenzwingern, die natürlich ob der Veränderung auch entsprechend aufgeregt waren.


Es lief alles so wahnsinnig ruhig und selbstverständlich ab. Natürlich stehen solche Situationen an der Tagesordnung, doch war ich schon sehr fasziniert, wie sich eine entspannte Stimmung selbst auf solch schwierige Situationen auswirken kann.

 

TAG 4
Es war unser letzter Tag in Rumänien. Ich hätte vor Beginn der Reise nie gedacht, wie wehmütig ich an diesem Tag sein würde. Der Gedanke, die ganzen wundervollen Tiere vielleicht – oder hoffentlich – das letzte Mal zu sehen, machte mich wirklich traurig.


Es herrschte insgesamt – erstaunlicherweise auch unter den Hunden – eine ruhige Sonntagsstimmung. Wir machten Fotos und Beschreibungen der 13 Welpen, die von dem Firmengelände übernommen wurden. 9 davon waren fast komplett schwarz, was die Sache ein wenig schwierig gestaltete. Aber mit Hinweisen wie „kleiner weißer Fleck auf der Brust“ oder „gepunktete linke Vorderpfote“, bekamen wir es hin.

 

Zu Mittag erfuhren wir, dass kein Futter mehr da war. Der Transport aus Deutschland und Österreich würde erst am nächsten Tag ankommen. Ca. 1,5 – 2 Tonnen Futter im Monat sind notwendig, um alle Hunde jeden Tag zu füttern. Engpässe stehen an der Tagesordnung. Und Hundefutter ist in Rumänien beinahe teurer als in Österreich und Deutschland.

 

Plötzlich herrschte Aufregung. Ein Fahrzeug stand vor der Türe und wir sahen von weitem, dass drei Frauen einen sehr alten Hund brachten. Zuerst dachte ich, sie geben ihn einfach ab, weil er alt und offenbar krank ist. Bis sich herausstellte, dass die drei Frauen Französinnen sind und in Frankreich einen Tierschutzverein (Mukitza) für Straßenhunde betreiben. Sie erzählten uns, dass sie die Hündin von einer Frau übernommen hätten, die 16 Hunde hat und nicht für sie sorgen kann. Es war rasch klar, dass die arme alte Dame zu einem Tierarzt gehört. So fuhren wir gemeinsam zu einem Tierarzt in der Nähe von Bukarest. Costi, der Bruder von Grigoretta, trug die Hündin in die Praxis und der Tierarzt untersuchte sie ausgiebig. Im Behandlungsraum saß eine Ente in einem Käfig, die offenbar gefunden und behandelt wurde. Auch diese Szene war interessant, hätten wir doch nie gedacht, dass es das in Rumänien geben kann.


Nach einer Zeit setzte ich mich in den Warteraum und beobachtete die Leute, die hereinkamen. Ein Vater mit seinem Sohn, der ganz betroffen in den Behandlungsraum und auf die alte Hündin blickte, kamen, um ein Halsband, eine Leine und Shampoo zu kaufen. Der Junge war ganz aufgeregt. Ich überlegte, ob sie vielleicht einen Hund gefunden hatten und ihn behalten wollten und deshalb am Sonntag Nachmittag diese Utensilien besorgten.

 

Dann kamen zwei Männer mit einem Pekinesen, den sie streichelten und beruhigten. Ganz wie in Österreich eigentlich, dachte ich mir. Wie kann es sein, dass es einerseits so „normal“ in einer Tierarztpraxis zugeht und Menschen, die sich um ihre Tiere kümmern hier sind und dieses Land auf der anderen Seite so voller Qualen für Hunde und Katzen ist?

 

Nach über einer Stunde Untersuchung stand fest, dass die Hündin einen Tumor hat, aufgrund des Alters, das ungefähr bei 14 Jahren lag, war es jedoch fraglich, ob sich der Tumor überhaupt vergrößern oder Metastasen entstehen würden. Eine Folgeuntersuchung wurde für den nächsten Tag vereinbart.


Die drei Französinnen verabschiedeten sich von uns und unter Tränen von der Hündin.
„Sie ist bei uns jetzt nur zum sterben“, sagte Costi bei der Rückfahrt. Wie ihr Leben bisher verlief, wusste niemand. Ein neues Zuhause für sie zu finden wird beinahe ausgeschlossen sein, das ist allen bewusst.

 

Zurück im Shelter zog plötzlich starker Wind auf. Der Himmel war schwarz. „Rumänien weint auch, weil wir nach Hause fahren“, scherzten wir. Das Wetter passte zu unserer Stimmung.


Es war eine eigenartige, berührende Szene. Der Wind wurde immer stärker, jeden Moment würde es zu schütten beginnen. Alle halfen mit, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen, die Hunde wurden in Sicherheit gebracht, Decken wurden eingesammelt, Sofas abgedeckt, leichte Gegenstände verstaut. Mitten drin drei Leute, die die alte Hündin von ihrem verfilzten Fell befreiten. Zwei, die sich sorgten, weil ein junger Vogel aus seinem Nest geflogen war. Es war schön zu sehen, dass für die Menschen hier im Shelter in jeder Situation jedes Tier zählt. Dann kam der Regen.

 

Wir saßen im Haus und warteten, bis es Zeit war, zum Flughafen aufzubrechen. Manche der Hunde fürchteten sich sehr vor dem Gewitter, weshalb sie zu uns in die Küche kamen. Grigoretta fütterte ein winziges Baby-Mädchen namens „Tick“ mit der Flasche. Vor allem, um ihr Vertrauen zu geben, sagte sie. Die beiden Schwestern („Trick“ und „Track“) der Kleinen, waren wesentlich größer, offenbar hatte sie eine Behinderung. „Sie wird anders sein, aber nicht weniger liebenswert“, sagte Grigoretta. Die Kleine war sehr ängstlich und schüchtern, doch in Grigorettas Armen spielte und schmuste sie.


Als es Zeit war, zu gehen, verabschiedeten wir uns von allen Mitarbeitern. Bewusst rasch gingen wir zum Auto, um die Verabschiedung von den Hunden kurz und schmerzlos zu halten. Unseren Flug hätten wir sonst mit Sicherheit versäumt.

 

 

Es war ein eigenartiges Gefühl, wieder in Wien zu sein. Wo alles so sauber, modern und leuchtend ist. Wo es wieder um gänzlich andere Dinge geht. So viele unwichtige Dinge.
Es ist eine andere Welt, im Shelter in Buftea. So grausam die Geschichten mancher Tiere auch sind, es ist wahrlich die „Insel der Hoffnung“, in der sie jetzt sind. Es wird nach einem wundervollen Zuhause für sie alle gesucht, um wieder Platz für die zu schaffen, die noch kein so großes Glück hatten.


Die Kraft und der unermüdliche Einsatz der Menschen hat mich unheimlich beeindruckt. Trotz aller Rückschläge geht es weiter, ein Ende ist – leider – nicht in Sicht.
Es ist mir ein großes Anliegen, dieses Projekt so vielen Menschen wie möglich näher zu bringen und damit zu verdeutlichen, wie dringend hier Hilfe gefragt ist. Hilfe natürlich vordergründig in finanzieller Form, die Kosten für das Grundstück und die Versorgung all der Tiere sind enorm.


Je mehr Menschen helfen, unterstützen und weiter informieren, desto mehr Hunden und Katzen kann geholfen werden. Die Situation in Rumänien wird so schnell nicht besser werden. Jeden Tag werden Hunde dazu kommen, doch können auch regelmäßig etliche Hunde in ein neues Zuhause umziehen.


Ob mit finanzieller Hilfe, Sachspenden oder der Adoption eines Tieres: Jeder kann helfen.


Bericht von Susanne Heindl; Mai 2016

Ich möchte mal was loswerden, was mir seit einiger Zeit auf der Seele brennt. Ich mache mir Sorgen um HAR (Helping Animals Romania)!

 

Seit 2 1/2 Jahren unterstütze ich HAR aus vollstem Herzen. Als Sammelstelle und die, die mich kennen, wissen auch dass ich regelmäßig in der Station helfe.

Letztes Jahr allein insgesamt ein knappes halbes Jahr. Natürlich bekomme ich dadurch viel mehr hautnah mit. Die Freuden, aber auch die Sorgen und Nöte.

Auch kann ich deswegen guten Gewissens behaupten das HAR zu den paar besten und seriösesten Organisationen gehört!

 

Vor allem Grigoreta, aber auch das Team opfern sich auf. Grigoreta ist neben Ihrer regulären Arbeit bis spät abends in der Station. JEDEN TAG!!! Und das seit Jahren!!! Kein Urlaub, keine Freizeit usw.

Sie machen auch medizinisch gesehen sehr gute Arbeit und geben alles um die Hunde bestens zu versorgen. Sie machen alle erdenklichen Tests.

 

Aus eigener Erfahrung weiß ich, das einige Orgas nur die nötigsten Standardtests machen. Unter anderem auf Herzwürmer, was einige nicht testen. Obwohl es mittlerweile sehr verbreitet ist. Bei positivem Test zieht es eine teure Behandlung nach sich.

Parvo- oder Staupe-Tests müssen öfters wiederholt werden. Dann nimmt Grigoreta die Parvo Puppies mit zu sich nach Hause. Sie gibt sie nicht, wie manch andere in die Tierklinik.

 

Es geht mir hier auch gar nicht darum, wer was wie macht. Ich will hiermit nur aufzeigen das Grigoreta alles was sie selbst machen kann ohne Tierarzt, sie es macht um die Kosten klein zu halten. Und sie verfügt mittlerweile über ein hervorragendes Wissen und hat sich viel aneignen können. Nur OPs usw. durchführen kann sie nun mal nicht. Sie ist kein Tierarzt, trotz großer Erfahrung. Aber Notfälle , wie Panda mit der Fehlstellung, Theo mit offenem Hals, Nacken und Oberschenkel, Apollon mit offenem Hals und Nacken, Aida die Iulian gelähmt durch einen Autounfall gefunden hatte... Einige Herzwurmpatienten deren Therapien nicht billig sind.

 

Auf Nachfrage, ob sie Welpen mit Mütter aus dem Paladdy Puplic Shelter holen könnte, hat sie Ja gesagt. Es waren 21 Hunde. Das war nicht nur enorme Mehrarbeit, sondern hat zusätzlich ein Riesenloch in das eh schon vorhandene Loch gerissen.

 

Auch ist HAR eines der wenigen privaten Tierheime, die registriert sind.

Dadurch werden sie immer wieder von einer Frau des zuständigen Vet-Amtes besucht. Und diese Vet-Ämter sind sehr willkürlich. Sie ziehen gerne was an den Haaren herbei um ein bisschen Geld in Form von Geldbußen aufzuerlegen.

 

Aber wäre HAR kein registriertes Tierheim könnten jederzeit von heute auf morgen die Hunde einfach von der Aspa abgeholt werden. Dieses Risiko möchte Grigoreta nicht eingehen. Schließlich geht es hier um Lebewesen, die auf unseren Schutz angewiesen sind. Und sie gibt alles für die Hunde und kämpft für sie!

 

Ich habe den größten Respekt vor Ihrer Leistung. Nicht viele von uns könnten das machen, was Grigoreta tut. Das alles ist ein großer Ballast den sie zu tragen hat, mit Gerlinde.

 

Vielleicht denken einige "Ach HAR ist so bekannt, die haben bestimmt genug Spender". Nein, leider nicht.

 

Deswegen möchte ich hiermit BITTEN, spendet um die auflaufenden Kosten bezahlen zu können.

 

Wir wollen alle, dass den Hunden und Katzen geholfen wird. In allen Bereichen. Das kostet nun mal. Bitte lasst uns HAR mit Geldspenden unterstützen, damit sie weiterhin das machen können, was wir wollen.

 

Hunde retten, Kastrationsprojekte machen das sich die Hunde nicht vermehren können. Die Hunde von Privatleuten zu kastrieren und registrieren zu lassen das sie die Hunde nicht aussetzen müssen aus Geldmangel usw...

 

Das ist das Mindeste, was wir tun können.

Sie sind vor Ort, nicht wir.

Lassen wir Gerlinde und Grigoreta nicht im Stich.

Sie und die Hunde brauchen uns.

 

Großen Dank an die deutschen Vereine und alle Menschen die HAR sowieso

unterstützen.

 

Nur zusammen können wir es schaffen.


Bericht von Nadja Remann; Februar 2016

Hallo ihr Leser,

 

ich bin die Nadja und war im Februar 2016 zwei Wochen lang bei HAR im Tierheim

zum Helfen. Was sich für andere nicht nach Urlaub anhört war für mich das

Paradies: 2 Wochen lang von (zu dieser Zeit) ca 240 Hunden umgeben zu sein,

jeden Tag und auch in der Nacht. Dennoch war es kein Zuckerschlecken, denn die

vielen Zwinger, in denen die Hunde untergebracht sind müssen jeden Tag

gesäubert werden: das dreckige Einstreu (zum pinkeln) raus, neues wieder rein,

die Decken in den Körbchen ausschütteln und wenn dreckig auch wechseln, den

Zwinger sauber fegen und ggf mit Wasser putzen und im Außenauslauf schauen,

dass die Hinterlassenschaften weggemacht werden. Ganz schön viel Arbeit für so

wenig Personal. Aber mehr ist leider nicht drin, denn Geld für mehr Mitarbeiter

hat HAR leider nicht.

 

Außerdem müssen die Welpen und kranken Hunde in der Klinik versorgt werden

(das bedarf auch einer Person, würde aber auch locker zwei beschäftigen – aber

dafür ist eben kein Geld vorhanden). Es dürfen immer viele Hunde auf dem

kompletten Gelände frei laufen, damit sie nicht immer im Zwinger eingesperrt

sind – hier muss ständig eine Person vor Ort sein, um eingreifen zu können falls es

mal eine Auseinandersetzung/Beißerei gibt. Des Weiteren dürfen die Hunde eines

jeden Zwingers 2x am Tag 15 Minuten in einen großen Auslauf. Hier muss auch

eine Person ständig die Hunde wechseln.

 

Der Arbeitstag ist für einen HAR-Mitarbeiter keine 8h lang, so wie wir das aus

Deutschland kennen. Die Mitarbeiter fangen morgens um 8 an und können

frühstens abends um 20 Uhr nach Hause gehen – außer es kommt ein Notfall (so

wie unsere Aida oder unser verstorbener Blandu). Dann kann so ein Tag auch erst

um 23 Uhr enden. Zwei Mitarbeiterinnen (Cristina und Iulia) haben sogar 24h-

Schichten. Es wird gearbeitet von 14 Uhr - 14 Uhr und dann kommt die Ablösung.

Wochenende oder freie Tage gibt es nicht.

 

Leider legt uns auch das Veterinäramt viele Steine in den Weg. Ich war selbst vor

Ort, als es wieder einen Besuch machte. Ich habe das Gefühl, das VA sucht Dinge,

die es an HAR kritisieren kann damit HAR Strafe für nichtige Dinge zahlen muss.

Als Beispiel: als sie gesehen haben, dass ich da bin wurde bemängelt, dass es

keine Besucherliste gibt. Sie dachten, ich bin ein illegaler, bezahlter Mitarbeiter –

dabei bin ich, wie zum Glück viele andere Helfer, ehrenamtlich im Tierheim und

mache die Arbeit aus Liebe zum Tier. Viel Geld fließt unnötigerweise an das

Veterinäramt, obwohl das Geld an anderen Stellen viel dringender benötigt wird!

 

Als ich gesehen habe, was für tolle Arbeit HAR leistet und wie gut es den Hunden

im Tierheim geht (es wird das menschenmögliche versucht, damit die

geschundenen Seelen ein tolles Leben im Tierheim haben) habe ich mich

entschlossen, dass ich mehr machen möchte und bin seit März Helferin bei den

Glücksnäschen Stuttgart und könnte jedes Mal heulen vor Freude, wenn wieder

ein Transporter ankommt und die Hunde von den adoptierenden Familien

empfangen werden.

 

Ich kann nur sagen, ich habe den allergrößten Respekt vor Grigoreta, Iulian und

den Mitarbeitern von HAR, denn was sie tagtäglich leisten ist nicht in Worte zu

fassen. Deshalb DANKE, DANKE, DANKE und auch vielen, vielen Dank an die

Menschen, die das Tierheim finanziell unterstützen, denn ohne Sie wäre das

Ganze nicht möglich!


Bericht von Jenny Thies; Mai 2016

So viele Nachrichten haben mich in den letzten Tagen erreicht, so viele von euch möchten ehrlich und aufrichtig wissen, wie es in Rumänien war.

 

Es fällt mir immer noch so schwer, es wirklich in Worte zu fassen. Aber ich werde es natürlich so gut wie möglich beschreiben.

 

Das Land selbst ist eines mit so großen Kontrasten. Arm kommt gleich neben reich, es gibt keine Grenzen dazwischen. Es ist laut, es ist hektisch, es ist bunt und trist. Es ist so vieles in einem.

 

Die Station liegt zwar an einer viel befahrenen Verbindungsstraße, 20 Min außerhalb von Bukarest, aber glücklicherweise knapp 100 Meter von der Strasse selbst entfernt, sodass die Geräusche von dort nicht ganz so belastend erscheinen.

 

In der Station geht alles seinen geregelten Gang, jeden Tag. Es gibt feste Abläufe, an die sich gehalten werden muss, damit kein unnötiger Stress entsteht. Es wird geputzt, aufgeräumt, gewaschen, ausgeführt, sauber gemacht, gelaufen, gefüttert, Papierkram erledigt, Besucher empfangen die sich für Hunde interessieren. Das sind die Dinge, die sich jeden Tag wiederholen. Und das müssen sie auch.

 

Doch was die Station so besonders macht, sind ihre Menschen. Die Menschen, die jeden Tag, immer wieder aufs Neue, alles für die Tiere dort geben. Der Umgang mit ihnen ist bestimmt, aber liebevoll. Es wird gestreichelt, geschmust und geküsst. Selbst im größten Stress. Und das merkt man jedem einzelnen Hund an. Nicht einer der momentan 280 Hunde ist in irgendeiner Form aggressiv. Zurückhaltend und manchmal ängstlich, ja, aber nicht aggressiv. Die Hunde kennen ihre Menschen dort und wissen genau, das sie alles, was sie tun, aus tiefster Seele und mit ganzem Herzen tun. Es ist absolut überwältigend und zutiefst berührend.

 

Man lernt so unendlich viel über sich selbst. Man lernt, auf was es im Leben ankommt und wie viel man zu leisten im Stande ist, wenn man nur an etwas glaubt und diese eine Sache nie aus dem Auge verliert. Egal wie widrig die Umstände auch manchmal sein mögen. Wenn ich sage, das ich nicht als der Mensch zurückgekommen bin als der ich hingefahren bin, dann ist das nicht gelogen und auch nicht übertrieben. Die Werte verschieben sich, oder sie definieren sich neu.

 

Zu jedem von ihnen dort schaue ich auf, mit vollstem Respekt und ganz viel Liebe. Die Entscheidung, die Station zu unterstützen war eine der besten meines Lebens. Und ich werde auch nie damit aufhören. Ich möchte ein wenig von dem zurückgeben, was den Tieren dort gegeben wird und ich wünsche mir nichts mehr, als das auch ihr ab und zu ein Teil davon seid oder bleibt.

 

Tierschutz in Rumänien ist nicht einfach, aber zu sehen, wie viel man erreichen kann, wenn man fest zusammen steht, macht das alles so viel leichter zu ertragen.

Nach dieser Reise kann ich noch viel mehr sagen, wie stolz ich bin, ein Teil dieser wunderbaren Familie von HAR zu sein. Bitte lasst auch ihr sie nicht im Stich und unterstützt ihre Arbeit. Gemeinsam können wir so viel erreichen.

 

Eu vă dor atât de mult! Multumesc pentru tot! Pentru fiecare îmbrățișare, pentru fiecare cuvânt pentru tot timpul pe care le-ați luat să-mi arăți totul. Iar pentru asta, aș putea fi o parte din lumea ta. Eu nu te voi abandona.


Bericht von Silke Winkler; April 2016

Impressionen aus HAR Helping Animals Romania Island of Hope:

 

Vor einem Jahr sind mir dieses Shelter, die Hunde, die Menschen, die dort mit Herzblut arbeiten, wirklich sehr ans Herz gewachsen. Es ist fast jederzeit ein Besuch möglich und man ist willkommen, auch wenn man denkt, man steht der vielen Arbeit mehr im Wege.

 

Wenn man länger als einen Tag dort ist, findet man gut Möglichkeiten, anzupacken, da alles gut organisiert ist und alles seinen Platz hat. Die Tiere werden liebevoll versorgt und umsorgt. Gruppenweise gibt es immer wieder längeren Auslauf. Die Hunde sind, bis auf Einzelausnahmen (z.B. Neuankömmlinge), sehr sozial, werden an Halsband und Leinen gewöhnt, alles gut.

 

Traurig finde ich, dass ich viele ältere, behinderte Hunde wiedersah, so wunderbare Seelen, für die sich kaum jemand interessiert. HAR hat eine gute Homepage, die genaue Beschreibungen der Hunde nachweist, der Kontakt bei Anfragen läuft umgehend und engagiert, die Adoptionskosten sind im unteren Drittel, ein Selbstkostenpreis. All dies kostet viel Geld, die Anlage, Angestellte braucht man, Futter, Material, Tierarzt fast täglich.

 

Die täglichen Notfälle, das Telefon steht niemals still, trauriger Alltag in Rumänien, dort ein angefahrener Hund, da Welpen ohne Mama, da Mama mit Welpen, die Schutz brauchen, dort mal wieder ein misshandeltes Tier. Leider haben wir das dort auch erlebt. Das ist Alltag für Tierschützer in Rumänien.

 

Grigoreta und ihr Team tun alles, um die Welt für die Tiere etwas besser zu machen, zu heilen und sind heilfroh, wenn ihre Nasen irgendwo gut unterkommen und eine eigene Bezugsperson oder Familie haben.

 

Bitte helft, und wenn Ihr einen Hund aufnehmen wollt, da ist sicher ein Felli dabei und ein adoptiertes Felli bedeutet 2 gesicherte Seelen...


Bericht von Anca Gheorghe; September 2015

Nachdem mein geliebter Hund leider verstorben war, entschloss ich mich meine Trauer in etwas Positives zu Verwandeln. So wurde der Wunsch in mir geweckt, Tieren zu helfen, die nicht so viel Glück hatten. Da ich selber in Rumänien geboren wurde, und mir die Situation der Straßenhunde dort bekannt ist, beschloss ich eben dort nach einer Organisation zu suchen, die den Straßenhunden hilft. So fand ich HAR, eine Tierschutzorganisation die sich darauf spezialisiert hatte, Straßenhunden eine neue Chance zu geben.

 

Ich wurde in einem der Zimmer im Haus, direkt beim Tierheim untergebracht, wo ich kostenlos wohnen durfte. Nach meiner Ankunft, lernte ich gleich die Mitarbeiter des Tierheims kennen, die sich aufopferungsvoll um rund 300 Hunde, und 10 Katzen kümmern. Gleich beim Eintreten wurde ich von den jüngeren Hunden und Welpen begrüßt, die fast den ganzen Tag im Hof herumlaufen und spielen dürfen. Danach zeigte man mir die 2 Hallen, wo die meisten restlichen Hunde je Zwinger zu viert gehalten werden, somit aus einst verlassenen Hunden, viele kleine Rudel entstanden sind. Der Zusammenhalt der Rudel zeigte sich mir besonders eindrucksvoll bei den Ausläufen die die Hunde zwei bis dreimal täglich genießen dürfen.

 

Am Anfang war es etwas schwierig Einsicht zu bekommen, wo ich genau mithelfen konnte. Doch diese Schwierigkeiten legten sich nach 2 Tagen, da sich mit dem Kennenlernen der Hunde auch spezielle Bedürfnisse herauskristallisierten.

 

So half ich mit die Hunde zu füttern, achtete darauf dass das Wasser frisch war, und ging mit Negro spazieren, einem Hund der auf andere Hunde nicht so gut zu sprechen ist und somit geführt werden muss. Bei Lieferungen von Spenden beteiligte ich mich beim Ausräumen und Sortieren. Weitere Aufgaben waren Verabreichung von Medikamenten und Impfungen, Hilfe bei der Pflege der Hallenhunde und natürlich mit den Hunden schmusen und spielenJ. So stellte sich relativ schnell ein Alltag und ein Plan für mich ein, wann ich wo mithelfen konnte. Da jedoch regelmäßig Notfälle reinkommen, das heißt neue Hunde die von der Straße mitgenommen werden, ist es schwer als Volunteer einen strukturierten Alltag beizubehalten.

 

So wurde mein Aufenthalt sehr stark von einer Hündin namens Magic geprägt. Magic war eine blinde Hündin, die einige Tage nach meiner Ankunft, auf der Straße gefunden wurde. Grig, die Leiterin des Tierheims gab ihr diesen Namen, da sie trotz ihrer Blindheit auf der Straße überlebt hatte.
Anfangs musste Magic isoliert gehalten werden, um die Ansteckungsgefahr zu vermindern. Sie tat mir sehr leid, daher entschloss ich mich, nach Absprache mit Grig, mit Magic regelmäßig auf dem, am Tierheim angrenzendem Feld, spazieren zu gehen. Es stellte sich heraus, dass Magic trotz ihrer angeborenen Blindheit, eine sehr glückliche und unfassbar zutrauliche Hündin war. Schon beim ersten Spaziergang mit ihr, ließ ich sie ohne Leine herumlaufen, da sie sehr konzentriert darauf war meiner Stimme und meinen Schritten zu folgen. So ging ich in den nächsten zwei Wochen, in zwei- bis dreistündigem Abstand mit ihr je für eine halbe Stunde auf das Feld. Es war unfassbar wie schnell ich eine Beziehung zu diesem Hund aufgebaut hatte, und wie sie immer wenn ich den Raum betrat, in dem sie gehalten wurde, erwartungsvoll dasaß und mich mit Freude überschüttete als ich sie hochnahm um mit ihr rauszugehen.
Als Magics Quarantänezeit vorbei war, beschloss ich sie nun auch, von mir beaufsichtigt, mit den anderen Hunden bekannt zu machen. Anfangs war es etwas schwierig, da die anderen Hunde nicht wirklich wussten, wie mit ihr umzugehen war und sie noch sehr wild begrüßten. Dies legte sich jedoch bereits nach kurzer Zeit, und nach nur wenigen Tagen konnte ich sie, ohne mir Sorgen machen zu müssen, auch mal unbeaufsichtigt spielen lassen.

 

Der Abschied von ihr fiel mir umso schwerer, da ich sie mittlerweile sehr in mein Herz geschlossen hatte. Jedoch konnte ich ruhigen Gewissens meine Heimreise antreten, da ich wusste sie wohlbehalten und ins Rudel integriert, zurückzulassen.

 

FAZIT:
Ich finde es wirklich bemerkenswert mit wie viel Liebe und Hingabe sich die Menschen dort um die Hunde kümmern.
Für mich persönlich war das eine unfassbar lebensbereichernde Erfahrung, die ich niemals missen, und sobald es mir privat möglich ist auch gerne wiederholen möchte. Ich kann HAR jedem der Interesse an freiwilliger Arbeit mit Tieren hat, nur weiterempfehlen. Denn Hilfe wird dort immer gebraucht, und sei es nur um einzelnen Tieren einige Wochen ihres Lebens zu verschönern. 


Bericht von Melanie Frodl; August 2014

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Reisebericht Rumänien von Melanie Frodl
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